Die SP Grenchen lud zu einem Informationsanlass ins Verwaltungsgebäude der Städtischen Werke Grenchen (SWG) ein. Im Beisein der Regierungsratskandidatin Susanne Schaffner (SP) informierte der Geschäftsleiter SWG Per Just über die Geschichte und den aktuellen Stand des Projektes «Windpark auf dem Grenchenberg».

Per Just blickte auf die bereits 10-jährige Geschichte der Windparkanlage zurück; Auslöser des Projektes war ein Postulat der SP Grenchen im Gemeinderat, welches die Prüfung einer solchen Anlage auf dem Grenchenberg forderte. Just zeigte auch auf, welche umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfungen (Lärmschutz, Gewässerschutz, Luftreinhaltung und Landschaftsschutz) durchgeführt werden mussten, und welche sonstigen Anforderungen gemeistert werden mussten wie die Topologie und logistische Überlegungen.

Radar schützt Vögel

So kommt z.B. auch erstmals ein Radarsystem zum Einsatz, das eine Echtzeit-Messung des Vogelzuges und eine zeitlich beschränkte Abschaltung einzelner Windenergieanlagen erlaubt. Von den eingegangenen Einsprachen gegen das Projekt ist zurzeit nur noch jene von BirdLife hängig. Wann diese vom Solothurner Regierungsrat behandelt werde, könne man leider nicht sagen. Ziemlich sicher sei nur, dass sich wohl auch das Bundesgericht mit der Angelegenheit befassen müsse, betonte Just.

Das Vorhaben ist bestens eingebettet in die Strategien von Bund und Kanton; so fordert der Bund in seiner Energiestrategie einen Zuwachs der Windenergie und erwähnt dabei explizit die Alpen und die Jurahöhen als hervorragende Standorte. Zudem ist es ein erklärtes Ziel des Kantons Solothurn 10 Prozent des Strombedarfs mit Windenergie zu decken, was 15-20 Anlagen erfordert.

Auf dem Grenchenberg sollen 6 Anlagen entstehen, welche 16 MW elektrische Energie liefern und eine Investition von ca. 35 Mio. Franken erfordern. Mit der produzierten Energie können rund zwei Drittel des Strombedarfs aller Grenchner Haushalte und Gewerbebetriebe gedeckt werden. Just legt zudem Wert darauf, dass 30-40% der Investitionen in der Region getätigt werden.

Unter den rund 30 Anwesenden zeigten sich auch zahlreiche SP-Kantonsrats-Kandidatinnen und -Kandidaten der Amtei Solothurn-Lebern sehr interessiert und stellten kritische Fragen. Eine Frage bezog sich auf den allfälligen Ausbau der Zufahrtsstrasse auf den Grenchenberg. Diese müsse nicht verbreitert werden, betonte Just. An einigen Stellen müsse die Strasse gezielt verstärkt und angepasst werden; zudem müssten in einigen Kurven ein paar Bäume weichen. (jtg)