Umweltverbände
Pistenverlängerung: Bereits jetzt wird mit Beschwerden gedroht

Die Solothurner Umweltschutzverbände stellen sich auch nach den zweiten und letzten Koordinationsgesprächen zur geplanten Grenchner Pistenverlängerung gegen das Projekt, das in die Witi-Schutzzone hineinreichen würde.

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Flugzeug im Anflug auf Flughafen Grenchen

Flugzeug im Anflug auf Flughafen Grenchen

Hanspeter Bärtschi

Dies teilen sie in ihrer Stellungnahme zum Koordinationsprotokoll mit. Sie begründen dies damit, dass ihre in der ersten Gesprächsrunde gemachten Einwände «ungenügend aufgenommen» worden seien. «In der Zwischenzeit wurden leider auch keine Lösungen für die Kernanliegen der Umweltverbände erarbeitet». Die Verbände wiederholen deshalb ihre Absicht, in einem allfälligen Hauptverfahren ihr Beschwerderecht einzusetzen. Im September wird die Solothurner Regierung den Entscheid fällen, ob das Hauptverfahren für eine Pistenverlängerung überhaupt in Angriff genommen wird.

«Ein Eingriff in das Herz der kantonalen Landwirtschafts- und Schutzzone hätte irreversible Schäden für die Naturwerte in der Witi zur Folge», heisst es in einer Medienmitteilung der Umweltverbände Pro Natura Solothurn, Vogelschutzverband des Kantons Solothurn, WWF Solothurn, Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare (ASA), Verein «Für üsi Witi», VCS Solothurn, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Solothurner Kantonaler Fischereiverband sowie Storch Schweiz. 160 Millionen Franken habe der Bau des Witi-Tunnels zum Schutz des Gebiets gekostet. Demgegenüber stehe das Partikularinteresse eines Gewerbebetriebs, «das kaum erkennbaren volkswirtschaftlichen Nutzen bringt».

«Die Lösung der vielen offensichtlichen Konflikte wird auf die landwirtschaftliche Planung im offiziellen Verfahren verschoben», nennen die Verbände einen Kritikpunkt. «Lösungen sind indes kaum in Sicht; dies verunmöglicht eine fundierte Interessenabwägung des Projekts.» Weiter nennen sie den drohenden Verlust des Labels Storchendorf in Altreu sowie den grossen Verlust von Landwirtschaftland als kritische Punkte. «Dort fehlen Ansatzpunkte für deren Kompensation und für Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen.» Zudem sei der in Aussicht gestellte Bau von Lichtquellen für die Zugvögel problematisch. (szr)