Ständerats-Duell
Pirmin Bischof lässt Kurt Fluri im TV-Duell klar hinter sich

Bei Tele M1 hatte Pirmin Bischof im ersten Duell der Ständeratskandidaten Walter Wobmann deutlich distanziert. Am Dienstag Abend tat er selbiges mit FDP-Kandidat Kurt Fluri. Bischof machte drei Viertel der Stimmen.

Theodor Eckert
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Kurt Fluri gegen PIrmin Bischof

Kurt Fluri gegen PIrmin Bischof

Emanuel Freudiger

Das Verdikt der Zuschauer der TeleM1-Sendung war deutlich. 75 Prozent wählten Pirmin Bischof (CVP) als ihren Ständerat, auf den FDP-Kandidaten Kurt Fluri kamen nur gerade 25 Prozent.

Im TV-Duell selbst herrschte eine «andere Gesprächskultu als vor einer Woche, als es ruppig zu und her ging. «Viel weniger emotional, eben ständerätlicher», wie es Bischof nach der Sendung lakonisch zusammenfasste. Auch Fluri ist mit der Diskussion zufrieden: «Etwas kurz, aber ein gutes Gespräch, es kommt halt auch immer auf das Gegenüber an.» Dagegen rückt er von den Vorbehalten gegenüber dem K.o.-System mit Zuschauervoting nicht ab.

Bloss ein Name

Interessant die Aufwärmrunde vor Sendebeginn. Auf die Frage von Moderator Werner De Schepper, was er auf die zweite Zeile seines Ständerats-Wahlzettels schreiben werde, erklärt Kurt Fluri, es sei üblich, dass sie leer bleibe. Pirmin Bischof bestätigt diese Vorgehensweise und schiebt verschmitzt nach, dass es bei der Bischofswahl immer nur einen Namen geben könne. Dass er gegen den eigenen Stadtpräsidenten antritt, sorgt ebenfalls für lockere Sprüche.

Vor laufender Kamera wird in der Folge sachlich und mit wohlformulierten Argumenten gefochten. Bischof erklärt nachvollziehbar, wie und weshalb er sich vom Atom-Saulus zum Atom-Paulus gewandelt hat. Heute stehe er für den Mittelweg zwischen den Positionen Deutschlands und Frankreichs. Fluri kontert, dies sei eine scheinheilige Lösung. Die CO2-Problematik werde dabei völlig ausgeblendet. Er sei, obwohl fälschlicherweise oft als Atomfreak betitelt, gegen den definitiven Ausstieg. Wenn die Anwendung verboten werde, wolle auch niemand mehr Forschung betreiben und dies sei schlecht. Die Ausstiegsstrategie sei nicht konsolidiert.

Nach den Wahlen vom 23. Oktober würden die Karten zweifellos neu gemischt, orakelt Fluri. Differenzen gibt es auch bezüglich Bonisteuer: Pirmin Bischof spricht sich dafür aus, Kurt Fluri weist auf die willkürliche Untergrenze hin und erkennt bei dieser Lösung bloss einen Placebo-Effekt.

Endlosthema Bundesratswahl

Nicht minder spannend sind die Voten in Sachen Bundesratswahl. Markige Worte von Pirmin Bischof. Er lässt keinen Zweifel daran, dass nicht in den Bundesrat gehört, wer den bilateralen Weg torpediert. Kurt Fluri sieht darin jedoch ein urdemokratisches Prozedere. Gegensätzliche Meinungen müssten gestattet und diskutiert werden. Einig sind sich die beiden Nationalräte was die Qualitäten von Eveline Widmer-Schlumpf anbelangt. Sie leiste hervorragende Arbeit. Dass sie FDP-Präsident Fulvio Pelli bereits heute wegreden will, stösst auf Unverständnis. Es sei ganz einfach zu früh, man müsse zuerst schauen, wie die BDP bei den Wahlen abschneiden werde.

In der nächsten Runde am kommenden Dienstag trifft Bischof dann auf Roberto Zanetti, den bisherigen SP-Ständerat.

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