Pieterlen
Brand in Recyclingbetrieb ging für Anwohner glimpflich aus

Am Samstagabend brach in der Altola AG in Pieterlen ein Brand aus. Da giftiger Rauch vermutet wurde, löste man Alarm aus.

Oliver Menge
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Bei der Firma Altola in Pieterlen hat es am Samstag gebrannt.

Bei der Firma Altola in Pieterlen hat es am Samstag gebrannt.

Michel Lüthi

Am Samstagabend gingen bei der Kantonspolizei Bern kurz vor 18.45 Uhr Meldungen zu einem Brand in der Entsorgungsfirma Altola am Büttenbergweg in Pieterlen ein. Die Feuerwehren der LePiMe, der Regio Büren, der Lösch- und Rettungszug der SBB und die Berufsfeuerwehr Biel rückten umgehend aus und stellten fest, dass es sich um einen Brand in einer Halle handelte.

Es musste davon ausgegangen werden, dass giftige Stoffe freigesetzt werden. Fenster und Türen zu und Belüftungen abschalten Sofort wurden entsprechende Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung verbreitet, einerseits über die Mobile-App Alertswiss, andererseits wurde auch übers Radio SRF eine entsprechende Warnung verbreitet. Die Bevölkerung wurde dazu aufgefordert, Türen und Fenster zu schliessen und sämtliche Belüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Weiter wurde auch dazu aufgerufen, das betroffene Gebiet nicht zu betreten oder zu befahren. Auf Alertswiss war das gesamte Gemeindegebiet von Pieterlen als rote Gefahrenzone markiert, und da im Alarm nur von einer «Chemiefabrik in Pieterlen» ohne genauere Angaben die Rede war, konnte das Gebiet zunächst nicht weiter eingegrenzt werden.

Der Bahnbetrieb auf der Strecke Biel-Solothurn war ebenfalls beeinträchtigt. Die Strecke zwischen Biel und Lengnau konnte nur eingleisig befahren werden. Der Bahnhof Pieterlen hingegen konnte weiterhin bedient werden, da der starke Wind den Rauch in die andere Richtung trieb. Es kam zu leichten Verspätungen.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Die rund 30 Angehörigen der Feuerwehren LePiMe, Regio Büren sowie der Berufsfeuerwehr Biel konnten das Feuer rasch unter Kontrolle bringen und in der Folge löschen. Um 20.30 Uhr wurde Entwarnung gegeben. Laut Angaben der Kantonspolizei hatten Luftmessungen der Chemie- und Ölwehr vor Ort ergeben, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestand. Offenbar waren keine grösseren Mengen giftiger Stoffe in die Umwelt gelangt. Verletzt wurde beim Brand in der Altola AG Pieterlen niemand. Im Anschluss an die Löscharbeiten wurde eine Brandwache gestellt.

Brand im Triagebereich des Gefahrgutlagers

Gemäss aktuellen Erkenntnissen brach der Brand im Triagebereich des Gefahrgutlagers aus, in welchem Behälter mit unterschiedlichen Substanzen gelagert waren, schreibt das Regierungsstatthalteramt Biel Seeland in einer Mitteilung. Um welche Substanzen es sich dabei handelt, konnte die Polizei noch nicht sagen, heisst es im «Bieler Tagblatt». Die Kantonspolizei Bern hat Ermittlungen zur Brandursache und zur Schadenhöhe aufgenommen.

Wie Roland Meier, Unternehmensleiter der Altola AG, auf Anfrage mitteilt, befand sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs niemand im Gebäude. Die automatische Brandmeldeanlage habe funktioniert und Alarm ausgelöst. Wie gross der Schaden sei, könne er nicht abschätzen. Ein grosser Kabelstrang und eine Dachrinne sei zusammengeschmolzen, aber die Statik des Gebäudes und die Fassade seien intakt.

Die Brandermittler waren auch am Montag noch auf der Suche nach der Brandursache. Die Firma Altola AG sammelt, verwertet und entsorgt Sondermüll aller Art. Sie beschäftigt an ihren drei Standorten in Pieterlen, Olten und Zuchwil 90 Mitarbeitende.

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