grenchner Parktheater
Peter Spuhler:«Die Banken sollen wieder mutiger werden»

Am 12. Finanz Forum im Grenchner Parktheater sprachen Vertreter der Regiobank mit SVP-Nationalrat Peter Spuhler und Fussballtrainer Dany Ryser.

Beatrice Kaufmann
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SVP-Nationalrat Peter Spuhler sprach am Finanz Forum.

SVP-Nationalrat Peter Spuhler sprach am Finanz Forum.

Hansjörg Sahli

Das Finanz Forum Solothurn am Dienstagabend stand unter dem Motto «Gratwanderung Unternehmensführung – von Erfolg und Misserfolg». Auf einer Gratwanderung sei es wichtig, Gleichgewicht zu halten, um auf dem richtigen Weg zu bleiben, so Markus Boss, Geschäftsleitungsvorsitzender der Regiobank Solothurn. «Das heisst, dass man schon auf dem richtigen Weg ist und ich bin überzeugt, dass das für die Regiobank gilt», versicherte Boss den rund 600 Gästen.

Am Beispiel seiner Firma, der Stadler Rail Group, konkretisierte SVP-Nationalrat Peter Spuhler die Gratwanderung, auf der man sich als Unternehmer in der Exportindustrie befinde. «Meine Prognosen für die nächsten Jahre sind nicht rosig», weshalb der Zürcher auf Ende Jahr sein Mandat als Nationalrat niederlegt, um wieder «150 Prozent in die Firma zu investieren.» Als Gebirgsgrenadier habe er gelernt, dass der Chef immer da sei, wo die Probleme liegen, was unter anderem aufgrund der Währungskrise derzeit die Firma sei.

Anschaulich erklärte Spuhler die Massnahmen, die die Firmenleitung ergriffen hat und wie viele zum Teil risikobehaftete Entscheidungen nötig seien. So gingen Aufträge unter Umständen mit einer grossen und riskanten Vorfinanzierung einher. Entscheidungen müssten aber immer so getroffen werden, dass ein Misserfolg «zwar wehtut, der Firma aber nicht existenziell schadet.» Man müsse sich klar darüber sein, wo die Risiken liegen und für das Worst-Case-Szenario Reserven erhalten.

Uneinigkeit beim Fremdkapital

Die Risikoeinschätzung des Unternehmers hat grossen Einfluss auf die Kooperation mit der Bank, wie Reto Ammann, Bereichsleiter Kundenbetreuung Regiobank, betonte. «Das Vertrauen zwischen dem Kunden und der Bank ist zentral.» Nicht einig waren sich Ammann und Spuhler in Sachen Fremdkapital, ersterer vertrat die Meinung, dass «nicht einer alleine für alle Risiken einstehen» sollte. Spuhler konterte mit seiner eigenen Biografie: «Ich hatte null Franken Startkapital. Die Thurgauer Kantonalbank hat mir dann eine hundertprozentige Fremdbezahlung angeboten.» Nur dadurch habe er als Jungunternehmer eine Chance erhalten. «Ich wünschte mir, die Banken würden diesbezüglich wieder mutiger», so sein Votum.

Etwas anders als beim einem Unternehmer im KMU sehen Umstände und Risiken bei Dany Ryser aus. Der Fussballtrainer durfte vor drei Jahren feiern, als die U-17 Nationalmannschaft den WM-Titel holte. «Im Fussball entscheiden oft Kleinigkeiten über Erfolg und Misserfolg. Geht der Ball an den Pfosten oder ins Tor?» Letztlich sei ein starkes Team entscheidend, wie im KMU auch. Das Geld spiele auf dem Platz keine grosse Rolle. «Ein Spieler will unabhängig von seinem Gehalt gewinnen. Das Lohngefälle innerhalb der Mannschaft darf aber nicht zu gross sein.» Für regelmässigen Erfolg müsse genügend Kapital vorhanden sein. «Die Wahrscheinlichkeit, dass der FC Thun drei Mal hintereinander Schweizer Meister wird, ist wesentlich kleiner als jene, dass der FC Basel den Titel drei Mal in Serie holt.»

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