Man kann getrost behaupten, Grenchen sei letztes Wochenende zur Hochburg der Zauberkunst mutiert. Denn ausnahmslos alle Künstler, die im Parktheater entweder in Seminaren einen Einblick in ihr Schaffen gaben oder am Galaabend auf der Bühne standen, haben sich international bereits einen grossen Namen gemacht oder sind zweifelsohne auf dem Weg dorthin.

Für Weltmeister Horret Wu beispielsweise, der auch den Wettbewerb Prix Eterna mit seiner Close-up-Darbietung für sich entschied, war Grenchen eine von vielen Etappen auf seiner Reise durch die Welt. Heute schon tritt der Taiwanese in New York an einer grossen Convention auf. Die Schweiz gefalle ihm sehr gut, meinte der 27-Jährige, der mit 14 zu zaubern anfing.

Seit langem könne er wieder einmal saubere Luft atmen. In seinem Seminar zeigte und entschlüsselte er den anwesenden Zauberkünstlern ein paar seiner Kartentricks. Die meisten Zuschauer kamen angesichts seiner Fingerfertigkeit und Schnelligkeit kaum aus dem Staunen heraus. Ein gutes Jahr brauche er, um einen Trick zu entwickeln und einzuüben. «You need to practice a lot».

Gala Zauberkongress

Gala Zauberkongress

Eine Zusammenfassung des internationalen Zauberkongresses im Parktheater Grenchen.

Als erster Gast auf der Bühne am Galaabend zeigte er dann allerdings Tricks mit Karten – das Ganze wurde für das Publikum auf eine Grossleinwand projiziert – für die alleine Fingerfertigkeit nicht zu reichen schien. Grosse Karten verwandelten sich vor den Augen der Zuschauer in kleine und wieder zurück. Unfassbar schnell und äusserst gekonnt.

Der erst 15-jährige Red Star Seong aus Korea, ein junger Shootingstar der Szene, brachte eine witzige Nummer auf die Bühne, in der er Glacekugeln in Form von Bällen erscheinen und verschwinden liess.

Wittus Witt, bekannter Zauberkünstler aus Hamburg, der als Moderator durch den Abend führte, zeigte eine verblüffende Entfesselungsnummer mit einem Zuschauer und schätzte die Anzahl Erdnüsse in einem Glas auf den Punkt genau. Die deutsche Zauberin Alana liess gleich mehrere Hände über ihren Körper gleiten, die alle ihr zu gehören schienen, und Mike Chao aus China zeigte seine berühmte Manipulationsnummer «Green».

Ein Höhepunkt der Gala war sicherlich der Auftritt des Schweizers Pierric, leicht gestresst und unter Zeitdruck. Der Weltmeister aus dem Waadtland zeigte eine Nummer, die Komödie und Zauberei gekonnt verband und das Publikum zu Begeisterungsstürmen brachte. Po-Cheng Lai aus China zeigte eine bezaubernde Nummer mit Fächern, die aus dem Nichts auftauchten. Der Schweizer Fred Roby, der bereits 1951 seinen ersten Preis gewonnen hatte, bewies, dass er die Kunst des Bauchredens und Puppenherstellens auch mit über 80 Jahren noch nahezu perfekt beherrscht. Den eindrucksvollen Schluss machte der Spanier Hector Mancha, der aus dem Nichts Geldscheine hervorzauberte.

Das Publikum im ausverkauften Parktheater, darunter Nationalratspräsidentin Christa Markwalder, die den Prix Eterna überreichte, die Regierungsräte Roland Fürst und Roland Heim sowie die beiden Stadtpräsidenten von Grenchen und Solothurn, François Scheidegger und Kurt Fluri, quittierten die Darbietungen an diesem «zauberhaften Abend» mit einer Standing Ovation.

Kinder-Zaubergala Grenchen

Kinder-Zaubergala