30 meist jüngere Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache, um den Trick mit dem ägyptischen Sarkophag und den drei farbigen Plastikmumien zu lernen. Am liebsten würden sie auf den Vorführtisch klettern, um nichts zu verpassen. «Mit Klugheit hat Zaubern nichts zu tun, es kommt auf ganz andere Sachen an», antwortet René Schenkel, wie Umberto abseits seines Zauberladens Magiczylinder heisst, und lächelt in seinen imposanten Bart.

Wichtig für den Erfolg beim Zaubern ist die Ordnung auf dem Tisch. Nur wer die Mumien richtig herum bereitlegt, kann die Zuschauer nachher mit seinen «telepathischen» Fähigkeiten verblüffen. Innerhalb weniger Minuten haben die Kinder begriffen, worauf es ankommt. Nicht eines irrt sich beim Selbstversuch als Nachwuchszauberer.

Zum Schluss eine Vorführung

Vier Tricks lernen die Schüler an diesem Vormittag. Die Requisiten dürfen sie behalten um künftig Eltern und Gspänli in Staunen versetzen. Dann, als nach zweieinhalb Stunden die Konzentration nachlässt, ist es Zeit für die kleine Zaubergala. Die Eltern kommen in den Saal, ebenso erwartungsvoll wie die Kinder. Umberto zeigt Karten- und Federtricks und lässt eine Zehnernote aus dem Publikum verschwinden. Für Ambitionierte bietet der Zauberer aus dem zürcherischen Kloten zum Schluss einen Trickbeutel aus seinem Verkaufssortiment an. Die Tricks, die die Kinder gelernt haben, können sie auf einer Webseite nochmals nachlesen.

Schon kleines Stammpublikum

Am Ferienpass Grenchen nimmt Umberto heuer zum vierten Mal teil. Seine Kurse sind beliebt. Nach Grenchen sei er aufgrund seiner Bewerbung bei der hiesigen Ferienpass-Organisation gekommen, erzählt er. «Dieses Jahr sind etwa zehn Kinder dabei, die schon im Vorjahr teilgenommen haben», freut er sich über die Entstehung eines Stammpublikums. Der souveräne Umgang des Routiniers (er zaubert seit fast 30 Jahren) mit den Kindern lässt den Gedanken auf eine pädagogische Ausbildung aufkommen. Doch weit gefehlt: René Schenkel ist in der Beziehung ein Naturtalent mit viel Erfahrung. «Kinder sind ehrlich. Sie sagen offen, was sie denken. Die Ferienpasskurse und auch die Jugendzaubershows machen mir viel Freude.» Bereits freut er sich auf den nächsten Herbst.