Beim Donnerstagabendrennen mit dem Slogan «Life’s an Omnium» im Grenchner Tissot Velodrome kämpften 77 Athletinnen und Athleten um den Sieg. Während die Junioren, Elite und Senioren der Herren nationale Rennen mit ausländischer Beteiligung bestritten, ging es bei den Damen im Omnium um wichtige Weltcup-Punkte.

Vollgepackter Rennabend

Um 17 Uhr erfolgte der Startschuss in den vollgepackten Rennabend; die Elite der Damen mit Teilnahmen aus der Slowakei, Polen, Deutschland, Italien und der Schweiz startete mit dem Scratch über 7,5km ihre erste von vier Disziplinen im Omnium. Danach ging es mit den Wettkämpfen nahtlos weiter, nebst den Frauen massen sich auch die Jungtalente und Senioren aus ganz Europa in verschiedensten Disziplinen auf der 250 Meter langen Holzbahn.

Mit der Zeit trudelten mehr und mehr Zuschauer ein, die vor allem bei den Schweizern ordentlich Stimmung machten. Obwohl auf den Parkplätzen vor dem Stadion Autos mit schweizweiten Nummernschildern standen, kamen die meisten Zuschauenden aus der Region.

So auch Ursula und Aldo Grandicelli aus Grenchen: «Wir kommen eigentlich immer hierher, wenn ein Event ansteht und wir Zeit haben. Es ist ständig etwas los und durch die Varietät der Disziplinen sind die Rennen immer spannend.» Aldo Grandcelli interessiert sich schon seit langem für den Radsport, er besuchte früher gerne die Sechstagerennen in Zürich. «Jetzt müssen wir aber nicht mehr so weit reisen, der Bau des Velodromes ist eine super Sache!»
Lieber zuschauen als fahren...

Dieser Meinung schliesst sich auch Erwin Stauffer, ein enthusiastischer Fahrradfahrer aus Bettlach, an: «Dieses Stadion ist ein riesiger Gewinn für Grenchen! Mir selber liegt das Velofahren in der Halle nicht so, es wird mir schwindlig und ist mir ein bisschen zu monoton. Ich schaue aber sehr gerne zu.»

Die Radfahrer auf der Bahn enttäuschten die Radfans sicherlich nicht. Mit verbissenen Kämpfen, taktischen Tempowechseln und pfeilschnellen Sprints hielten sie das Publikum bei Laune.

Harter Zweikampf im Omnium

Den wohl härtesten Zweikampf boten die Italienerin Simona Frapporti und die Schweizerin Andrea Waldis, die im Omnium der Damen dominierten und die Spannung bis zum vierten und letzten Rennen, dem Points Race, aufrecht erhielten. In diesem holte sich die Morschacherin Andrea Waldis die nötigen Punkte und siegte unter tosendem Applaus des Publikums.

«Das Duell mit Frapporti war etwas nervig, da sie im Schlussrennen wirklich die ganze Zeit an mir klebte. Daher bin ich sehr zufrieden mit diesem Sieg!» Wie die anderen Schweizerinnen verfolgt auch sie ein grosses Ziel: «Ich möchte mich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifizieren. Dafür brauche ich weitere gute Leistungen, nächste Woche geht es für mich in Hongkong schon wieder weiter.»

Radsport-Pioniere geehrt

Es wurde an diesem Abend aber nicht nur Rad gefahren, sondern auch geehrt. Fritz Bösch und Emil Zimmermann feierten dieser Tage zusammengerechnet 160 Jahre Geburtstag. Die beiden taten enorm viel für den Schweizer Radsport und arbeiten heute noch zusammen beim von Bösch gegründeten und erfolgreichen Frauenteam Bigla. Bildergalerien auf Leinwänden und Fernsehern erinnerten an ihre herausragenden Karrieren.

In einem kurzen Interview erzählte Emil Zimmermann aus seinem Leben von der eigenen Radfahrerkarriere über die Gründung des ersten Schweizer Frauenradteams bis hin zur Arbeit bei Bigla mit Fritz Bösch, der an diesem Abend aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Für die Zukunft wünscht sich Zimmermann, dass «wieder eine Schweizer Frau Weltmeisterin wird!»