Stadtbummel Grenchen

Ohne «FOMO» entspannt durch den Advent

Mann muss nicht an jeder adventlichen Hundsverlochete teilnehmen, meint die Autorin.

Mann muss nicht an jeder adventlichen Hundsverlochete teilnehmen, meint die Autorin.

Gott sei’s getrommelt, es ist wieder soweit: Die vermeintlich heilige Zeit macht sich nicht gerade unaufdringlich bemerkbar. Sie leuchtet uns aus den Vorgärten entgegen, überfällt uns in den Ladenregalen und sickert in einem süsslichen Strom weihnachtlicher Netflixfilme in unser Wohnzimmer. Als ob es je einen würdigen Nachfolger für «Der kleine Lord» oder «Drei Nüsse für Aschenbrödel» geben könnte!

Aber ich schweife vom Thema ab. Das heisst nämlich: Nachhaltig Advent feiern! Das habe ich mir fest vorgenommen, und dabei denke ich trotz grüner Welle nicht an wiederverwertbare Punschbecher oder Weihnachtsschmuck aus unbehandeltem Holz.

Natürlich ist es heutzutage zwingend und löblich, zu prüfen, ob man im Einklang mit der Umwelt lebt und möglichst wenig Raubbau an den Ressourcen von Mutter Erde betreibt. Aber im sich anbahnenden Stress der «Jolly Season» ist mir kürzlich aufgegangen, dass die Frage der Schöpfungserhaltung noch einen anderen Aspekt hat: Wir sind darin nicht nur Subjekt, sondern auch Objekt und sollten bei unseren Bemühungen um die Bewahrung der Schöpfung im wortwörtlichen Sinn bei uns anfangen.

Was das heisst, wüssten wir eigentlich – sich angemessen ernähren, ausreichend bewegen, sich genug Schlaf und Ruhezeiten gönnen und nicht das hundertundeinte Ämtli annehmen, wenn wir jetzt schon nicht wissen, wo uns der Kopf steht. Und in der Adventszeit vielleicht: Nicht meinen, nach dem Prinzip «FOMO» (Fear of missing out oder die Angst, etwas zu verpassen) an jeder adventlichen Hundsverlochete dabei sein zu müssen.

Dieser Vorsatz ist gar nicht so leicht umzusetzen: Einigen Verpflichtungen kann man sich nicht entziehen, und Grenchen lockt jetzt jedes Wochenende mit tollen Konzerten, Lesungen und anderen Events. Auch ich werde daher sicher etwas Adventsluft schnuppern. Morgen Abend schleppe ich meine havarierte Schöpfung auf die Neue Zelg zu «Advent im Stall», nächste Woche flaniere ich über unseren Weihnachtsmarkt und besuche das eine oder andere Weihnachtsfenster.

Aber ich überlege mir zweimal, ob ich wirklich diesen und jenen Event auch noch besuchen muss. Und auch an Euch ergeht meine Adventsempfehlung: Hebet Euch Sorg, schont Eure Ressourcen, wo es möglich ist, und macht, was Euch gut tut. Legt Euch daheim in die Wanne oder geht mit Freunden ins Solbad, guckt einen schönen Film (siehe oben!) oder macht einen Winterspaziergang, esst ein Fondue im Weihnachtszelt auf dem Marktplatz, hört daheim eine Weihnachts-CD oder geniesst ein Konzert. Ich wünsche Euch jedenfalls, dass ihr auch in diesen Tagen etwas zu Eurem Schöpfungserhalt beitragen könnt. Auf eine nachhaltige Adventszeit!

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