Büren an der Aare
Oha! Was macht denn das «Sennentuntschi» im Stedtli Büren?

In Büren an der Aare sind rund um den Stadtbrunnen etliche seltsame Strohpuppen zu sehen, welche unweigerlich an die Legende des männerfressenden «Sennentuntschi» erinnern. Es ist die Reaktion der Stellknaben, welche nach dem Maitannli-Stellen leer ausgegangen sind.

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Ein seltsames, beinahe makabres Bild bot sich am Wochenende den Einwohnern und Besuchern des Stedtli in Büren. Sechs mit Stroh gefüllte und mit weissen Overalls bekleidete Puppen zierten plötzlich das Ortsbild, während in den Gartenrestaurants gemütlich gegessen, getrunken und geplaudert wurde.

Eine der Puppen hing in einem Baum, ein weiterer war am Stadtbrunnen quasi erhängt, ein dritter so über den Brunnenrand gelehnt, als wenn er die Nacht durchgezecht hätte. Auch am Beizenschild der «Alten Post» hatte eine Strohpuppe bereits ihren letzten Atemzug getan.

Was die Puppen, die unweigerlich an die Legende des männerfressenden Sennentunschti erinnerten, in Büren zu suchen hatten, wussten aber auch die angefragten Passanten nicht. Nur ein älterer Bürener vermutete, dass schelmische Nachtbuben die Puppen überall verteilt haben, nachdem sie wohl einen zu viel über den Durst getrunken hätten, und dass das alles mit Unruhen im Gemeinderat zu tun habe.

Kein Dankes-Essen

Tatsächlich hängt das Montieren der Strohpuppen aber mit dem Stellen der Maitannli zusammen. Im Mai stellen die jungen Männer traditionellerweise zu Ehren ihrer «Angebetenen» ein Maitannli vors Fenster. Lädt ein Mädchen die Stellknaben nach dem Stellen aber nicht zu einem Dankes-Essen ein, erhält es als Reaktion eine Strohpuppe mit Ihrem Namen im Dorf «verpasst».

Warum die Passanten in Büren am Wochenende selbst nicht sagen konnten, was es mit den Puppen auf sich hat, bleibt damit das grössere Rätsel als jenes der vermeintlichen «Sennentuntschi». (fup)