Grenchen
Oha! In Grenchen sind die Chläuse los

Traditionell wurden am Donnerstagabend in der Eusebiuskirche die Grenchner Samichläuse ausgesendet. Ein Schauspiel für die ganze Familie.

Patrick Furrer
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Ohne Scheu tragen die Kinder dem Samichlaus ihr Verslein vor.

Ohne Scheu tragen die Kinder dem Samichlaus ihr Verslein vor.

Schwer zu sagen, wer sich gestern mehr über die Aussendungsfeier freute: Die Kinder, Eltern, Grosseltern, Göttis und Gottis, oder vielleicht doch die mit Mitra und Bischofsstab ausgestatteten Samichläuse und ihre weissgewandeten Diener selbst. Das berühmte Leuchten in den Augen war beiderseits nicht zu übersehen, denn in Grenchen freuen sich nicht nur die Kleinen auf den Samichlaustag. Für den rotgewandeten Wohltäter sind die Besuche der Familien ebenfalls der Höhe- und Mittelpunkt des Jahres.

Das traditionelle Aussenden der Samichläuse lockte unzählige Familien in die prächtige Eusebiuskirche. Fest eingepackt in Mäntel und Wollmützen kamen sie daher und genossen das Schauspiel. Für musikalische Intermezzi sorgte der Eichholz-Chor, der sich bei den Chläusen mit dem Lied «Dankeschön, lieber Nikolaus» auf schön interpretierte und einwandfrei gesungene Art bedankte. Einige mutige Kinder trugen dem Samichlaus danach auch gleich ihr Verslein vor.

Durch die kurzweilige Veranstaltung führte Moderator Theo Heiri, der zum Interview mit einem Samichlaus anstimmte. Und der hatte natürlich einige gute Ratschläge für die Kinder parat: «Den McDonalds gibt es bei mir im Wald selten», erklärte der Samichlaus zum Beispiel, damit sich die Kinder gesund ernähren.

Stress mache man sich immer selber, und wenn er sich selber etwas wünschen könnte, «dann würde ich mir Zeit wünschen», sagte der Samichlaus. «Zeit für Besinnung, Zeit für Ruhe, für Gemeinsamkeit und auch ein wenig für sich selbst.» Zeit sein ein kostbar Gut, und daher wünsche er das nicht nur sich selbst, sondern auch allen anderen.

Nach der Zeremonie traten die Chläuse und ihre Diener (und Dienerinnen) nach draussen und machten sich auf den Weg zu den Familien. Fünf bis acht Samichlausgruppen sind jedes Jahr unterwegs, rund 80 Leute wirken im Team «Gränchner Samichlaus» mit und halten den Brauch am Leben. Um die 500 Geschenksäckli werden jeweils verteilt.

Übrigens: Der Brauch in Grenchen reicht so weit zurück, dass selbst OK-Mitglied Theo Heiri nicht weiss, wann alles begann. Was er aber weiss, ist, dass die Samichläuse nach wie vor beliebt und gefragt sind. Rund 150 Familien plus 40 Vereine, Kindergärten und Institutionen besuchen die Gränchner Chläuse vom 6., 8. und 9. Dezember.

Der Grenchner Brauch orientiert sich dabei am Heiligen Nikolaus von Myra. Sein Namenstag, der 6. Dezember, ist vor allem ein Tag der Kinder. Seit Jahrhunderten wird Nikolaus als Wohltäter verehrt. Wie sich gestern zeigte, mehr als zurecht. Der Reinerlös kommt sozialen Institutionen zugute, dieses Jahr der Kinderspitex Nordwestschweiz und dem beteiligten Verein Pfadi Johanniter Grenchen.

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