Grenchner Fasnacht

Obernarr: «Die Grenchner Fasnacht ist das Grösste für mich»

Der Obernarr an der letztjährigen Goschennacht.

Der Obernarr an der letztjährigen Goschennacht.

Schon im Bauch seiner Mutter hat Thomas Meister die Fasnacht miterlebt. Die Mutter des Obernarrs der Grenchner Fasnacht hat nämlich Piccolo gespielt. Die Fasnacht habe er deshalb im Blut, sagt der Obernarr.

Bereits als kleiner Junge war er jedes Jahr an der Chesslete und jedes Jahr am Morgenstreich und mittlerweile ist er seit dreissig Jahren Mitglied der Grenchner Faschingszunft. Dies, obwohl er gar nicht mehr in seiner Heimat, sondern in Hagneck am Bielersee wohnt. «Trotzdem ist die Grenchner Fasnacht das Grösste für mich», sagt Meister.

«Der Obernarr kann tun und lassen was er will» – so steht es zumindest in den Statuten. Ganz so wörtlich dürfe man diesen Paragrafen aber nicht nehmen, sagt Thomas Meister. Es seien halt schon sehr viele Aufgaben, die er übernehmen müsse und sie reichen von der Koordination der Ordnungskräfte bis hin zu kleinen Details. «Plötzlich braucht zum Beispiel jemand einen Elektroanschluss auf einem Platz, auf dem es so einen gar nicht gibt», erklärt er. Wenn sich dann der Obernarr darum kümmere, gehe es aber meistens ziemlich zügig – die Fasnacht werde in Grenchen stark unterstützt, lobt Meister. Man habe da schon gewisse Privilegien als Obernarr.

Vorletztes Mal der Chef sein

«Eigentlich wollte ich von Anfang an nur fünf Fasnachten machen.» Nun sei es halt schon die sechste. Die Nachfolge ist aber bereits geklärt. Diego Kummer soll sich nach und nach in dieses Amt einleben. «Nächstes Jahr wird er mein Junior-Obernarr sein, sodass ich per 2015 zurücktreten kann.»

«Jeder erlebt die Fasnacht anders», sagt Thomas Meister. Für den Einen ist das Highlight der Wagenbau, für den Anderen das Schreiben der Fasnachtszeitung und ein Dritter freut sich, wenn er sich maskiert ins Fasnachtsgetümmel stürzen kann. «Fasnacht muss man dort feiern, wo man die Leute kennt», betont der Obernarr. Deshalb sei die Grenchner Fasnacht für ihn die beste. Während seiner Schulzeit an der Kanti Solothurn habe er einmal die Solothurner Chesslete besucht, doch gefallen habe ihm diese nicht. «Zu viele Schnapsleichen und zu unkoordiniert», lautet sein Kommentar – und doch räumt er ein, dass sich in den letzten dreissig Jahren vielleicht auch etwas verbessert habe. Gerade in der Fasnachtszeit müsse die Rivalität zwischen Solothurn und Grenchen ausgelebt werden, schmunzelt er. Und schliesslich sei ja bekannt, wieso die Solothurnerzahl elf sei, erklärt Meister und schmunzelt: «Weil Grenchen ‹s Zähni› ist!»

Einer der Fasnachtshöhepunkte sei für ihn der Fasnachtsplausch am Samstag. Diesen Schnitzelbankabend mit Sketchen und Guggenmusik gibt es schon seit über 40 Jahren. Ein weiteres Highlight, von dem er aber leider viel zu wenig mitbekomme, sei der Umzug. «Da bin ich auf meinem Obernarren-Wagen und verteile Rosen – vom Umzug sehe ich selbst nicht viel.»

Fasnachtsbegeisterte Familie

Neben der Fasnacht hat Meister auch andere Hobbys: das Joggen etwa oder das Spazieren mit seinem Hund. «Und natürlich die Familie», sagt er. Meister ist Vater von fünf Töchtern und hat drei Enkel. Fasnachtsbegeistert sind sie alle. Dass der Papi ab Mitte Dezember eine Fasnachtssitzung nach der anderen habe, das weiss auch schon die jüngste Tochter mit ihren sechs Jahren. Als er ihr am Hilari erklärt habe, wo er hingehe und dass er dann gleich bei Grossmami übernachten werde, meinte sie nur: «Jetzt ist halt wieder Fasnacht und du bist viel weg. Wir sehen uns ja am Kindermaskenball!»

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