Weihnachtsfeiern
«O du fröhliche, o du selige»

In den Alterszentren Kastels und Weinberg in Grenchen wurde und wird gefeiert. In beiden Häusern gab es grosse Weihnachtsfeieren.

Oliver Menge (Text und Foto)
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Bis auf den letzten Platz besetzt: Die Gäste und Bewohner lauschen der Musik im Weinberg.

Bis auf den letzten Platz besetzt: Die Gäste und Bewohner lauschen der Musik im Weinberg.

Oliver Menge

«Für die meisten unserer Bewohner ist die Weihnachtszeit eine Zeit zum Geniessen», sagt Sonja Leuenberger, die Leiterin der Alterszentren Kastels und Weinberg. Vor den Festtagen laufe immer viel. Die Vorweihnachtszeit sei voller Anlässe und Festivitäten, die für Abwechslung sorgten: «Schon Anfang Dezember haben wir den Samichlaus im Haus. Dann wird in den verschiedenen Aktivierungs-Kursen gebastelt – fast die ganze Weihnachtsdeko stellen wir selber her.»

Es gebe über diese Tage auch wesentlich mehr Besucher in den Häusern. Vereine und Schulklassen kämen vorbei, um den Bewohnern Ständchen zu bringen, «wir hatten letzte Woche 90 Kinder aus dem Kastelsschulhaus, die im Alterszentrum Weihnachtslieder gesungen haben.» Den Bewohnern werde es so bestimmt nicht langweilig.

Und doch sei für manche die Zeit um Weihnachten herum besonders schwierig: «Diejenigen Bewohnerinnen und Bewohner, die einen Verlust erlitten haben, denen beispielsweise der Partner gestorben ist, spüren diesen Verlust natürlich in dieser Zeit umso mehr.» Auch für Bewohnerinnen und Bewohner, deren Angehörige sie nicht besuchen kämen oder die keine Angehörige mehr haben, sei das eventuell eine eher schwierige Zeit.»

Das Personal auf den Stationen muss in dieser Zeit des Jahres besonders einfühlsam und aufmerksam sein, manchmal bei gewissen Bewohnerinnen oder Bewohnern etwas mehr Zeit verbringen als gewöhnlich.

Grosses Fest in beiden Häusern

Die Weihnachtsfeiern mit den Angehörigen werden traditionsgemäss in der Woche vor Weihnachten durchgeführt. Diejenigen Bewohnerinnen und Bewohner, die keine Angehörigen haben, werden von Mitarbeitenden aus ihren jeweiligen Stationen begleitet und betreut. Am vergangenen Dienstag feierte man mit rund 230 Gästen im Kastels, zwei Tage später am Donnerstag mit 250 Gästen im Weinberg.

«Eine logistische Herausforderung, die von Andrea Rasch und ihrem Team meisterlich bewältigt wurde. Zuerst haben wir Geschirr, Gläser, Stühle und Tische vom Weinberg ins Kastels gezügelt, um dann am Mittwoch alles plus zusätzliches Material aus dem Kastels wieder zurück ins Weinberg zu bringen. Denn keines der Häuser ist für eine solche Anzahl an Gästen ausgerüstet», erklärt die Leiterin.

Vor ein paar Jahren hätten etwa 100 bis 120 Personen, also Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Familien und Angehörigen, die Weihnachtsfeier besucht und das festliche Menü genossen. Inzwischen sei man an einer oberen Limite angelangt. «Wir können noch gerade knapp alle Anmeldungen berücksichtigen, ohne eine offizielle Beschränkung herausgeben zu müssen», so Leuenberger.

Aber sie werde eventuell künftig nicht darum herumkommen, diejenigen Familien anzurufen, die fünf oder noch mehr Personen anmeldeten, um ihnen zu sagen, dass das doch etwas viel sei und andere deswegen keinen Platz fänden.

Beide Feiern liefen in etwa gleich ab: Auf die Begrüssung durch die Leiterin der Alterszentren folgte ein musikalischer Teil. Matthias Steiner an Geige und Sabine Lehmann am Piano unterhielten die Gäste. Pfarrerin Kornelia Fritz richtete einige besinnliche Worte an die Festgemeinde und las die Weihnachtsgeschichte vor, die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer wurden von Sonja Leuenberger vorgestellt und verdankt.

Dann genossen die Gäste das Festtagsmenü – Apfel-Ingwer-Suppe, geschmorter Kalbsbraten mit Pastetli, Gemüse und Dessertteller, offeriert von den Alterszentren. Leuenberger sprach allen Mitarbeitenden und der gesamten Küchencrew ein grosses Lob aus. «Es ist nicht selbstverständlich, dass die Küche innerhalb von kurzer Zeit jedem Gast einen Teller mit warmen Speisen zubereiten kann.

Auch im Service konnte ich auf alle Mitarbeitenden aus der Aktivierung, anderen Abteilungen und freiwilligen Helfern zählen, ohne die es gar nicht möglich gewesen wäre.»

Auch heute wird gefeiert

Heute am Heiligabend sei nicht etwa Courant normal in den Altersheimen, erklärt Sonja Leuenberger. «Obwohl die grossen Weihnachtsfeiern schon durch sind und viele, noch mobile Bewohnerinnen und Bewohner heute oder morgen bei ihren Angehörigen zu Hause verbringen, feiern wir selbstverständlich auf den Stationen Weihnachten.»

Das Pflegepersonal teile sich auf: Die einen seien an Weihnachten präsent, die anderen an Neujahr. «Es gibt etwas Feines zu essen und die Küche erfüllt sogar Sonderwünsche», so Leuenberger. Und auch Päckli werden heute verteilt, denn jeder Bewohner, jede Bewohnerin erhält ein persönliches Geschenk, sei es ein neues Nachthemd, ein Parfum oder sonst etwas, das Freude bereitet. «Viele Familien benutzen auch die Gelegenheit und melden sich an, um ihre Familienfeier hier mit ihrem Grosi oder Grosätti im Restaurant abzuhalten».

Und auf die Festtage folgt das Januarloch? «Ganz im Gegenteil», so Sonja Leuenberger schmunzelnd: «Am 3. Januar starten wir mit dem Neujahrsapéro. Wir fangen das neue Jahr an, wie wir das alte beendet haben – mit einem Fest.»

Ausserdem sei gar keine Zeit für Langeweile, denn danach dauere es nicht mehr lange bis zur Fasnacht und die Vorbereitungen dafür seien auch schon voll im Gang.