Ein Mann, der nur wenige Meter entfernt vom Haldenschulhaus in Grenchen wohnt, belästigt schon längere Zeit Schulkinder, Eltern und Nachbarn (wir berichteten). Schon im Juli 2014 beschwerten sich Eltern gegenüber dieser Zeitung. Offenbar kam es nun am letzten Donnerstag erneut zu einem Vorfall, bei dem er sogar Schüler mit einer Waffe bedroht haben soll.

«Und jetzt ist mein Sohn von ihm bedroht worden. Mir reicht es. War gerade auf der Polizei. Er hatte sogar eine Waffe in der Hand!» So lautete der Facebook-Eintrag einer besorgten Mutter auf der Facebook-Seite der geschlossenen Gruppe «du bisch vo Gränche, wenn ...», den sie mittlerweile wieder entfernt hat, weil auch sie verängstigt ist.

Die Rede ist von I. Z., der nur wenige Meter vom Haldenschulhaus entfernt wohnt. An den Bäumen und Sträuchern auf seinem Grundstück, am Garagentor hat er Masken und verwirrende Schilder angebracht, Totenkerzen aufgestellt.

Der Boden vor der Garage ist mit Sprüchen – viele in englischer Sprache – bemalt und auf einem blau bemalten Schachtdeckel prangt in Weiss «IS» oder «SI», je nachdem, von welcher Seite aus man das «Gemälde« betrachtet.

Auch mit seinem Verhalten sorgt er für Angst und Schrecken bei Schülern und Eltern. Der Verkehr auf der Haldenstrasse und insbesondere die sogenannten «Eltern-Taxis» scheinen ihm ein Dorn im Auge zu sein, er soll verschiedentlich Autos und Personen beschimpft und bespuckt haben, die vor seinem Grundstück vorbeifuhren oder -gingen.

Mann bedroht Grenchner Schulkinder

Mann bedroht Grenchner Schulkinder

Er wohnt wenige Meter vom Schulhaus entfernt und versetzte Eltern und Kinder in Angst und Schrecken. Gestern eskalierte die Situation, denn I.Z. soll eine Waffe gezückt haben.

Mit Waffe bedroht?

Am Donnerstag gegen 13.15 Uhr kam es zu besagtem Vorfall: Ein 9-jähriger Schüler, der nicht im betroffenen Quartier wohnt, aber im Haldenschulhaus zur Schule geht, hatte eine Schulkollegin abgeholt, die oberhalb des Schulhauses wohnt.

Gemeinsam gingen sie die Haldenstrasse entlang, als der Mann von seinem Grundstück aus die Kinder beschimpfte und anschrie. Einem zweiten Mädchen soll er ein Stück Holz nachgeworfen haben, so berichtete eine weitere Mutter eines Schülers dem Grenchner Tagblatt.

Die Kinder seien davongerannt und hätten einen Schleichweg neben dem Schulhaus genommen, als sie einen lauten Knall vernahmen, so hiess es.

Das eine Mädchen habe sich umgedreht und in der Hand des Mannes so etwas wie eine Waffe gesehen. Die verängstigten Kinder rannten daraufhin in die Schule, aber offensichtlich nahm man dort den Vorfall nicht besonders ernst. Erst am späteren Nachmittag rief jemand die Polizei.

Sofortige Intervention

«Wir hatten widersprüchliche Meldungen diesbezüglich», so Andreas Mock, Leiter Kommunikation und Medien bei der Polizei Kanton Solothurn. Es habe schon in der Vergangenheit Meldungen darüber gegeben, dass der Mann verbal ausfällig geworden sei, und es sei auch schon zu gegenseitigen tätlichen Auseinandersetzungen gekommen. Die Fälle hätten zu diversen Anzeigen geführt, so Mock.

Der Hinweis auf eine mögliche Waffe am Donnerstag habe zu einer sofortigen Intervention der Polizei geführt. «Wir haben das Domizil des Mannes mit dessen Einverständnis durchsucht, konnten aber keine gefährlichen Gegenstände finden», so der Mediensprecher.

Auf Nachfrage bestätigt Mock aber, dass man eine Spielzeugpistole aus Kunststoff gefunden habe, die sichergestellt wurde. Sie sei nicht gefährlich, aber könne von Kindern als gefährlich wahrgenommen werden, räumt Mock ein.

Auf eine in diversen und widersprüchlichen Mitteilungen erwähnte Langwaffe sei man aber nicht gestossen. Und auch die Hinweise auf einen oder mehrere Knalle seien für die Polizei nicht nachvollziehbar gewesen. Den Mann habe man vorläufig mitgenommen, so der Polizeisprecher.

Auch am Freitag war die Polizei nochmals beim Haus präsent. Wie es mit dem vermutlich psychisch Kranken weitergeht, wird jetzt abgeklärt.

Er ist jedenfalls wieder auf freiem Fuss und übers Wochenende wurden neue Schilder aufgestellt mit dem Ausdruck «Kinderschreck», «Kinderschreck sagt: Die Wahrheit wird auch dieses Mal wieder ans Licht kommen! + Verleumdung ist strafbar».

«Die Polizei schaut aufgrund der Vorfälle mit den zuständigen Behörden und Ärzten, welche Massnahmen möglich und geeignet sein könnten», so Mock. Diverse Behörden seien bei diesen Abklärungen involviert.