Als in dieser Zeitung am 16. Dezember zu lesen war, dass die Ex Libris-Filiale in der Solothurner Altstadt schliesst, musste man für den Grenchner «Ex Libris» das Schlimmste befürchten. Diese Befürchtung ist nun eingetroffen. Gestern vermeldete die Migros-Tochter den Kahlschlag in ihrem Filialnetz: Rund drei Viertel der Geschäfte werden dieses Jahr geschlossen. Die Einbussen im «stationären Geschäft» werden für diesen Schritt verantwortlich gemacht, während das Online-Versandgeschäft weiter wächst.

In Grenchen wird die Filiale an bester Lage diesen Sommer geschlossen. Ein genaues Datum stehe aber noch nicht fest, erklärt Ex Libris-Sprecherin Marie-Christine Schindler. Von der Filialschliessung seien drei Angestellte betroffen. Für die betroffenen Mitarbeitenden biete man einerseits einen Sozialplan an, anderseits werde man sie mit einem betriebsinternen «Mobilitätscenter» bei einer Stellensuche begleiten.

So erfahren die Betroffenen dort etwa, ob passende Stellen in einem anderen Betrieb des Migros-Konzerns offen sind, welche für sie infrage kommen. «Wir bedauern die nötigen Entlassungen und helfen den Betroffenen so gut wir können. Schliesslich können sie nichts für die Marktentwicklung», sagt die Ex Libris-Sprecherin.

Im Monat vor der Filialschliessung wird es noch einen Ausverkauf geben. Zudem könnten die Kunden ihre Bestellungen im Ex Libris Online-Shop an landesweit 380 Abholstellen liefern lassen – beispielsweise ein Migros-Supermarkt oder ein Fitness-Center – wenn sie die Selbstabholung gegenüber der Auslieferung zu Hause bevorzugen. Was laut Schindler immer öfter der Fall ist.

«Ganz schlecht für Grenchen»

Dennoch kommt die Filialschliessung in Grenchen nicht gut an, wie eine Spontanumfrage bei Passanten zeigt. «Ich war immer wieder im Geschäft, weil sie gute Angebote hatten», meint etwa Elke Marx aus Grenchen. «Ich habe auch die familiäre Atmosphäre und das nette Personal sehr geschätzt», sagt sie. Die Schliessung sei ein herber Schlag für Grenchens Einkaufsmöglichkeiten. Immerhin habe man noch den Bücher Lüthy.

Auch Denise Schott (Grenchen) zeigt sich enttäuscht, obwohl sie selber selten dort eingekauft habe, wie sie sagt. «Immer mehr Geschäfte im Zentrum schliessen», meint sie und erinnert an den Swisscom-Shop gegenüber, der letztes Jahr dicht machte. «Das ist ganz schlecht für Grenchen.»