Vorbemerkung 1: Es gibt über viel Schöneres zu schreiben als über das Thema Abfall. Als Ur-Grenchner sehe ich die Vorzüge unserer kleinen Stadt, ihre fantastische naturnahe Hanglage und die gute Infrastruktur. Aber ich bin besorgt um das Bild von Grenchen, das sich in Sachen Abfall zeigt. Eigentlich wollte ich über ein anderes Thema schreiben. Aber was ich über Weihnacht in Sachen illegaler Abfalldeponie sah, haute mir den sprichwörtlichen «Nuggi» raus.

Vorbemerkung 2: Die Mitarbeiter des Werkhofes, die fast jeden Tag bei jedem Wetter auf dem Kübelwagen unterwegs sind, machen einen Superjob. Ihnen gebührt am Ende des Jahres ein spezielles Dankeschön. Um sie geht es in den nachfolgenden Zeilen definitiv nicht!

Im Problemfeld «Abfall» sind in den letzten Jahren vermehrt zwei illegale Handlungen zu beobachten. Die erste ist die viel zu frühe Deponie der «Ghüdersäcke» und anderem Unappetitlichem auf der Strasse. Ich habe es schon beobachtet, dass am Abend des Abfuhrtages bereits wieder Abfall vor die Türe gestellt wurde, wo er dann eine geschlagene Woche lang liegen blieb bis zur nächsten Abfuhr. Die zweite illegale Handlung ist die Entsorgung von Möbelstücken und ganzen Haushaltungen ohne die entsprechenden Gebührenmarken, was dann selbstverständlich vom Kübelwagen nicht mitgenommen werden kann. Somit wird die Strasse tage- oder wochenlang mit diesem Unrat «verziert».

Gerade über die Weihnachtstage konnte man sich mitten in der Stadt, beim Postgebäude, auf einem illegal deponierten Sofa ausruhen. Schräg gegenüber, immer noch an der Kirchstrasse, galt es einen Staubsauger zu bestaunen… - und gilt es wohl immer noch. Sein ehemaliger Besitzer weiss nicht einmal, dass man ein Elektrogerät gratis zurückgeben kann. Oder er (oder sie) ist einfach zu faul dafür. Also ab auf die Strasse damit! Einfach degoutant!

Andere Beispiele an weiteren Orten in der Stadt liessen sich hier mühelos aufzählen. Als Politiker habe ich Mühe damit, wenn bestehende Gesetze durch zunehmendes «Schwarmverhalten» langsam aber sicher unterlaufen werden. Wenn es quasi zur Normalität wird, dass man das alte verfleckte Sofa der Allgemeinheit auf der Strasse übergibt. Das ist ein Vergehen gegen das Abfallreglement und vor allem gegen die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, die pflichtbewusst ihre Gebührenmarken anbringen.

Im von der Gemeindeversammlung gutgeheissenen Abfallreglement ist klar festgehalten, dass der Abfall erst am Vorabend des Abfuhrtages auf die Strasse gestellt werden darf. Und es ist auch festgeschrieben, welche Gebührenmarken zu verwenden sind. Dieses Reglement muss im 2018 durchgesetzt werden, sonst wird es zur Makulatur und die Strasse zur Müllhalde. Es ist eine Zeit der Nulltoleranz angesagt! Meinerseits werde ich im Gemeinderat einen Vorschlag einreichen, wie dem Problem aus meiner Sicht begegnet werden könnte. Vorerst wünsche ich aber allen Grenchnern und Grenchnerinnen ein gutes und erfolgreiches Jahr 2018.

Peter Brotschi Kantons- und Gemeinderat, CVP

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