Das Publikumsinteresse nimmt ab, und eine Nachbarin droht dem Trägerverein mit rechtlichen Schritten, wenn er sich nicht an eine ebenso alte wie gültige Regelung hält, welche die Anzahl Anlässe pro Jahr auf sechs beschränkt. Zu wenig Gewinn, zu wenig freiwillige Helfer, zu wenig Akzeptanz – das alles könnte für das alte Festhaus nun das Ende bedeuten.

Aber auch wenn dem kulturellen Dorfleben ein Unglück droht – noch ist kein Kind in den Brunnen gefallen. Die bedenkliche Botschaft hat im Dorf einiges bewegt, wie Peter Gross, Präsident des Zähnteschür-Vereins, erklärt. «Es tut sich etwas. Es gibt sogar Alternativvorschläge, mit denen ein Verkauf unter Umständen verhindert werden könnte.»

Es bleiben knapp zwei Monate

Doch die Zeit drängt. Bereits am 30. März will die Vereinsversammlung entscheiden, wie es weitergehen soll. Insbesondere muss sie beschliessen, ob sie die Zähnteschür an den Bettlacher Unternehmer Beat Leimer verkaufen würde. Dieser möchte daraus ein Zentrum für Kunst und Geschichte realisieren. Die Schür würde sanft aber umfassend saniert, was sie dringend nötig hat. Das Zentrum wäre zwar privat, Führungen für das interessierte Publikum wären aber vorgesehen.

Ausserdem dürften bestimmte Anlässe wie das Zähnteschür-Fest weiterhin durchgeführt werden. Gemäss Vereinspräsident Gross haben sich nun weitere Privatpersonen gemeldet, die die Zähnteschür ebenfalls kaufen würden, Konzepte für eine öffentliche Nutzung fehlen allerdings noch gänzlich. «Eine gute Lösung», erklärt Peter Gross, «wäre es beispielsweise, wenn die Gemeinde die Schür übernehmen würde und eine Möglichkeit für eine Nutzung für die Allgemeinheit fände. Wir möchten einfach eine gute und langfristige Lösung.» Am liebsten eine für Anlässe. «Nur eben, die Einschränkungen bleiben, das macht es nicht einfacher», erklärt Gross.

Die Einschränkungen bleiben

Gemeindepräsident Hans Kübli erhält seit der Schreckensnachricht fast täglich Anrufe von Menschen, die helfen möchten. Konkrete Lösungen oder Vorschläge nennen könne er aber noch nicht. Dass die Gemeinde das Haus kauft, scheint eher unwahrscheinlich. «Ich habe der Kulturkommission zuhanden des Gemeinderates den Auftrag erteilt, sich Gedanken zu machen, wie man das Problem lösen könnte», so Kübli. Es passiere gerade eine «grosse Denkarbeit» in Bettlach. Aber – sagt auch er – zwei Monate seien doch eine recht kurze Frist.

Da Beat Leimer aber auf eine baldige Antwort des Vereins wartet, lässt sich dies allem Anschein nach kaum ändern. Leimers Lösung wäre aus Sicht des Gemeindepräsidenten eine gute. Dennoch gehe es nun darum, weitere Möglichkeiten zu prüfen. «Dass die Zähnteschür erhalten bleiben muss, steht ausser Frage. Sie ist ein kultureller Mittelpunkt im Dorf», sagt Kübli, der an öffentlichen Anlässen oftmals selbst noch als Helfer mit dabei war, «aber unter den gegebenen Umständen ist sie als Festhaus nicht geeignet.»

Mit den gegebenen Umständen gemeint ist wiederum die genannte Regelung (eine richterliche Verfügung aus dem Jahre 1987), welche die Anzahl Anlässe stark einschränkt. Die Nachbarin, die von den regelmässigen Feiern die Nase voll hat, pocht auf das geltende Recht; Aussagen von Dorfbewohnern nach auch, um ihre Interessen zu wahren, da sie über mehrere Immobilien in unmittelbarer Nähe verfügt. Im sozialen Netzwerk im Internet jedenfalls zeigt sich, dass viele Bettlacher mit der Haltung der Frau nicht einverstanden sind. «Leute, die genügend Geld haben, machen mit uns, was sie wollen», heisst es traurig. Oder kämpferisch: «Wir haben nicht mehr viel in Bettlach. Aber die ‹Zähnte›, die geben wir nicht so schnell her.» In einigen Wochen dürfte man mehr wissen.