Alarmierung

Nichts vom kantonalen Projekt gewusst: Grenchen hat jetzt seine eigene Notfall-App für Schulen

Stadtpolizeikommandant Christian Ambühl überreichte «Grenchen Guard» Stadtpräsident François Scheidegger. Rechts die beiden Entwickler Tobias Bertschi und Tina Wehrli von der Firma Swiss Digital AG.

Stadtpolizeikommandant Christian Ambühl überreichte «Grenchen Guard» Stadtpräsident François Scheidegger. Rechts die beiden Entwickler Tobias Bertschi und Tina Wehrli von der Firma Swiss Digital AG.

Die Stadt nimmt eine Alarmierungs-App für Schulen und Behörden in Betrieb. Vom kantonalen Projekt habe man nichts gewusst, heisst es.

Grenchens Schulen und weitere Institutionen erhalten eine Alarmierungs-App. Das Alarmierungstool kann auf jedem iPhone oder Android-Handy installiert werden und vernetzt den (ausgewählten) Inhaber sowohl mit der Alarmzentrale des Kantons als auch mit den Lokalen Behörden.

Die Entwicklung der Schweizer Firma Mobile Technology Solutions, welche nach einer Ausschreibung das Projekt realisieren konnte, wurde kürzlich von Stadtpolizeikommandant Christian Ambühl und den Firmenvertretern symbolisch dem Stadtpräsident überreicht.

«Nicht gewusst, was der Kanton macht»

Er habe den Polizeikommandanten vor einigen Monaten mit der Beschaffung einer neuen Alarmierungslösung für Krisensituationen (z. B. Amoklauf) beauftragt, sagte Scheidegger anlässlich dieser Übergabe. Diese Lösung liege nun vor und sei bereit für die Inbetriebnahme. Ein unlängst durchgeführter Probealarm habe auch Schwächen bei der alten Organisation aufgezeigt.

Auf die Frage, wieso die Stadt sich nicht an der kürzlich vom Kanton Solothurn vorgestellten App mit ähnlichen Funktionen beteilige, sagte Ambühl, er habe nichts von den entsprechenden Plänen gewusst. Der Kanton habe nicht über diese Absichten informiert. So oder so sei die App des Kantons teurer und der massgeschneiderten Grenchner Lösung nicht ebenbürtig.

Die Grenchner App erlaube auch zusätzliche variable Verteiler für den Alarm, sodass er als Kommandant vor Ort zeitgleich informiert sei wie die kantonale Alarmzentrale. Nebst Schulen, Kitas oder weiteren Verwaltungsstellen könnten bei Bedarf auch Firmen oder Gewerbebetriebe ins System eingebunden werden.

Vor allem, so Ambühl weiter, erlaube die App-Lösung auch die Senkung der Fixkosten um mehrere tausend Franken jährlich gegenüber dem heutigen System. Die Entwicklungskosten von 8000 Fr. seien so nach kurzer Zeit amortisiert. Die jährlichen Kosten würden nur noch etwa 1000 Fr. betragen, gegenüber 12'000 Fr. bisher. Am kommenden 11. September soll die Alarmierungs-App mit dem Namen «Grenchen Guard» den Grenchner Lehrkräften vorgestellt werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1