Grenchen

Nicht mehr im Dienst der Armee, aber im Fokus eines Meetings

Über 120 alte Militärfahrzeuge treffen sich am kommenden Wochenende in Grenchen. Das Meeting soll zu einem Event für die ganze Bevölkerung werden.

«Fahrer, Achtung!» – Wie bei einem Armee-Motorfahrzeugpark (AMP) soll es am kommenden Wochenende beim Velodrome Suisse aussehen. Dort werden Fans alter Schweizer Militärfahrzeuge eine Parade von über 120 historischen Lastwagen, Geländefahrzeugen und Motorrädern organisieren.

Jeder, der in der Schweizer Armee Dienst geleistet hat, kennt sie wohl noch: die robusten Saurer 2DM Lastwagen, die Pinzgauer, die Haflinger der Mitrailleure, die Jeeps, ältere kennen auch noch Steyr, Mowag-, Berna- oder FBW-Fahrzeuge. Sie alle wurden von der Armee einmal ausser Dienst genommen, oft an einer Gant versteigert und wurden danach beispielsweise von Bauern weiter verwendet. Viele wurden aber auch von Enthusiasten gekauft und wieder auf Vordermann gebracht.

Militärfahrzeug-Fan

Wie zum Beispiel vom Grenchner Garagisten und Politiker Ivo von Büren, der schon ein halbes Dutzend solcher Fahrzeuge sein Eigen nennt. Er steckt viel Ehrgeiz in die Restauration. «Ich möchte die Fahrzeuge möglichst genau in den Originalzustand zurückversetzen. Genau so, wie sie im AMP herausgefasst wurden.»

Das ist nicht immer einfach. Oft wurden bei zivil genutzten Fahrzeugen Originalteile, Werkzeuge oder Dokumente entfernt. Von Büren versucht auf allen Kanälen, solche Teile und die Fahrtenbücher wieder aufzutreiben. «Die Armeefahrzeug-Freunde sind gut vernetzt und helfen sich gegenseitig aus».

Wie ist er selber zu diesem Spleen gekommen? «Einerseits war ich selber Motorfahrer im Militär, anderseits hat mich ein Lengnauer Garagist, der ebenfalls Fan ist, angesteckt», berichtet von Büren. Auf dem Gelände seiner Garage stehen inzwischen diverse Schweizer Militär-Oldies. Im Moment arbeitet er gerade an einem Langholz-Transporter.

Erstmals in Grenchen

Einen Berna 2VM Kipper und einen Berna 4 CM wird er auch am Samstag am Armeefahrzeug-Treffen ausstellen, das zum ersten Mal auf dem Areal des Velodromes Grenchen stattfindet.

Der Baselbieter OK-Präsident Max Frey hat das Militär-Oldies-Treffen bisher auf dem Gelände des Eptinger-Mineralwasser organisieren können. Dieses stand wegen Ausbauten jetzt nicht mehr zur Verfügung. Eine Anfrage bei der Stadt Grenchen und beim Velodrome brachte die Lösung, die, so wäre es geplant, auch eine dauerhafte sein kann. So stehen den zahlreichen zu erwartenden Militärfahrzeugen die Badi-Parkplätze zur Verfügung sowie das Areal vor dem Velodrome Suisse. Die Organisatoren rechnen mit 2000 Besuchern oder mehr und wollen diesen auch einige Attraktionen bieten. So werden auch zwei Oldtimer der Lüfte eintrudeln: Angesagt sind zwei ausgemusterte Armee-Helikopter vom Typ Aloutte II bzw. III. Sie werden um 11.30 Uhr auf dem Gelände des Turnerstadions landen.

Kooperative Stadt

«Die Turner haben spontan ja gesagt, als wir sie gefragt haben, auch die Stadt hat sich sehr für die Durchführung des Anlasses engagiert», freut sich OK-Mitglied Ivo von Büren.

Die Fahrzeuge werden teilweise schon am Freitag, die meisten am Samstag ab 8 Uhr auf dem Gelände eintreffen und dort ordonnanzmässig parkiert, – so dass wohl jeder AMP-Zeughäusler seine Freude hätte. Um 10 Uhr wird Stadtpräsident François Scheidegger den Anlass eröffnen, gefolgt von einer Ansprache von Brigadier Rolf Siegenthaler.

Die Fotra sorgt für militärgemässe Verpflegung und am Nachmittag um 15.30 Uhr galoppiert auch noch die berittene Artilleriemusik Solothurn auf. Schliesslich werde es um 14 Uhr auch noch zwei weitere «Überraschungsgäste» am Treffen geben, über die von Büren noch nichts verraten will.

Detailprogramm unter www.mili-oldtimer-grenchen.com

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