«Es tut immer weh», sagt Remo Bill (SP), «wenn man einen Sitz verliert.» Aber wenigstens sei der verlorene Sitz mit der GLP an die «richtige Partei» und an eine Frau gegangen. Möglich sei der Sitzgewinn ausserdem nur aufgrund der Listenverbindung der GLP mit CVP und BDP gewesen. Glücklich ist Bill, dass er seinen eigenen Sitz halten konnte und Angela Kummer mit einem sehr guten Resultat den Einzug in den Rat geschafft hat. Dass Clivia Wullimann etwas überraschend das Feld räumen muss, bedauert er. Stadtpräsident Boris Banga gibt sich trotz allem zuversichtlich: Dass FDP-Gegenkandidat François Scheidegger mehr Stimmen gemacht hat, beunruhige ihn mitnichten. «Wir bleiben die stärkste Partei. Bei den Stadtpräsidiumswahlen spielen ausserdem andere Mechanismen. Das sind nämlich Persönlichkeitswahlen.»

Seriöse Arbeit

Anders klingt es bei den Bürgerlichen: Alexander Kohli (FDP) freut sich über das gute Resultat seiner Partei. «Es zeigt, dass unsere vier Gemeinderäte seriös gearbeitet haben. Die Ergebnisse verpflichten aber auch.» Die FDP zähle zu den Gewinnern, und so auch Topshot François Scheidegger. Dass dieser das beste Ergebnis überhaupt gemacht hat, mache Mut für die Stadtpräsidentenwahlen. «Obwohl», wie Alex Kohli selber relativiert, «wir dieses Ergebnis vor allem deshalb erreicht haben, weil die anderen Parteien hinter uns und unserem Kandidaten stehen. François Scheidegger selbst hat mit seiner Wahl gerechnet. Er sei dennoch erleichtert, denn eine Nicht-Wahl wäre für den Kampf ums Präsidium katastrophal gewesen. Dementsprechend froh sei er, dass die SP verloren hat. «Das schwächt die Position von Boris Banga und macht unseren Anspruch auf das Stadtpräsidium nur legitimer.» Vize-Stadtpräsident Hubert Bläsi wurde FDP-intern auf den zweiten Platz verwiesen. Damit habe er aber gerechnet, sagt Bläsi, mit seinem Ergebnis ist er zufrieden.

Ziele teilweise erreicht

Eric von Schulthess (GLP) war die Freude über den Wahlausgang gestern deutlich ins Gesicht geschrieben. Nebst dem eigenen Sitzgewinn freut ihn ebenfalls besonders, dass François Scheidegger die meisten Stimmen unter sich vereinigen konnte. Für die GLP habe die Listenverbindung gespielt, für die BDP leider nicht.

BDP-Präsident Roland Hartmann ist «nicht zufrieden», wie er gestand. Er habe gehofft, dass die GLP den Einzug direkt schaffe und das Restmandat der BDP zufällt. Wenigstens habe die Listenverbindung der GLP und der CVP genützt. Froh ist auch Hartmann, dass François Scheidegger gleich 1595 Stimmen sammeln konnte.

Zeit reif für einen bürgerlichen Stapi

Dass die Mitte gestärkt wurde, ist ganz im Sinne von Marco Crivelli (CVP), der als Parteipräsident nun auch in den Gemeinderat vorrückt. Die harte Arbeit habe sich für die CVP ausgezahlt, da sie nur wenig Wähleranteile einbüsst. Im Weiteren zeige sich, sagt auch er, dass die Zeit für einen bürgerlichen Stapi reif sei.

Richard Aschberger zeigte sich gestern überrascht vom Verlust der SP. Ihn freue, dass der Gemeinderat nun etwas bürgerlicher werde. Wenn auch das Ziel der SVP, einen vierten Sitz zu holen, verfehlt wurde.