Grenchen

Neues Leben kehrt ein in die Däster-Schild-Villa

Die Stiftung Schmelzi kann eine ihrer Wohngemeinschaften für einige Monate an der Rainstrasse 3 unterbringen. Während dieser Zeit wird das Castello an der Tunnelstrasse, in dem die Leute normalerweise leben, komplett saniert und umgebaut.

Vor einem Jahr kaufte die Stiftung Schmelzi die Liegenschaft Castello an der Tunnelstrasse. Sie hatte der Stiftung Alterszentren Grenchen gehört und die Schmelzi war dort schon seit einiger Zeit eingemietet. Aber eine Sanierung des Gebäudes ist dringend nötig, um den Anforderungen längerfristig gerecht zu werden, die es für die Unterbringung von Wohngruppen zu erfüllen gilt.

Aktuell ist dort eine Wohngruppe mit 12 Personen und rund sieben Betreuern untergebracht und man machte sich auf die Suche nach einer Ersatzliegenschaft für die Dauer der Sanierung. «Wir haben diverse Möglichkeiten ausgelotet», sagt Stiftungsrätin Jannine Stüdeli. Eine Lösung mit Containern wurde geprüft, da das Alterszentrum am Weinberg ebenfalls eine Sanierung vorsieht und eine solche Lösung in Betracht zieht. Das habe aber einerseits zeitlich nicht gepasst, andererseits sei eine solche Lösung doch sehr teuer.

«Wir haben die Suche letztlich auch über Grenchen hinaus ausgeweitet, bis zum Balmberg, nach Solothurn, aber wurden nicht fündig.» Da hatte Kurt Boner, Vizepräsident des Stiftungsrats und ehemaliger Chef des SDOL die zündende Idee mit der Villa Däster-Schild an der Rainstrasse vis-à-vis der Eusebiuskirche. Seit dem Tod der Uhrendynastie-Erben Rosmarie Däster-Schild, der Enkelin von Uhrenpatron Adolf Schild-Hugi (Assa), und ihrem Ehemann Armin Däster Ende 2018, stand die Villa leer. Das Ehepaar hatte schon zu Lebzeiten selber eine Stiftung gegründet, die in Grenchen und im Kanton Solothurn kulturelle, soziale und ökologische Projekte unterstützen.

Der Stiftungsrat der Däster-Schild Stiftung kam der Stiftung Schmelzi sehr entgegen: Die Schmelzi darf die Villa als sogenannte «Gebrauchsleihe» für die Dauer der Sanierung des Castellos benutzen, kostenlos. «Dafür sind wir natürlich äusserst dankbar», betont Jannine Stüdeli.

Einige Anpassungen müssen vorgenommen werden

Bevor jetzt aber die Bewohner des Castellos in die Villa umziehen können, müssen dort einige bauliche Massnahmen umgesetzt werden. «Es handelt sich dabei um kleine Eingriffe. So werden beispielsweise einzelne Zimmer für die Bewohner unzugänglich gemacht, um das wertvolle Interieur der Villa zu schützen.

Weiter wird ein WLAN eingerichtet und die sanitären Anlagen zum Teil ersetzt. Es braucht beispielsweise einen abschliessbaren Medizinalschrank, der in einem abgeschlossenen Raum steht, eine Abwaschmaschine in der Küche und manche Türen zu den Zimmern müssen so modifiziert werden, dass sie von innen nicht verriegelt werden können.» Die Villa steht zwar nicht unter Denkmalschutz, dennoch wurde die kantonale Denkmalpflege im Zuge der Vorbereitungen hinzugezogen. So ist ein Raum beispielsweise mit einer wertvollen Goldtapete tapeziert oder ein anderes Zimmer, welches als Sitzungszimmer für das Betreuungspersonal vorgesehen ist, verfügt über kostbare Einbauschränke.
In der Woche vom 11. Mai soll der Umzug über die Bühne gehen: 10 Bewohnerinnen und Bewohner plus sieben Betreuer ziehen um vom Castello in die Villa Däster-Schild. Zwei der jetzigen Bewohner des Castellos kommen in anderen Wohngruppen unter.

Das Castello an der Tunnelstrasse werde in der Folge komplett saniert, wie Jannine Stüdeli erklärt: «Vom Dach, über eine energetische Fassadensanierung, neue sanitäre Anlagen bis hin zu neuen Böden – das ganze Gebäude wird komplett saniert.»

Veranschlagt sind rund 750000 Franken für den Umbau. Das Architekturbüro Bigolin Crivelli ist damit beauftragt. Die Arbeiten sollten spätestens Ende Jahr abgeschlossen sein. Dann können die Bewohner wieder aus ihrem zwischenzeitlichen, herrschaftlichen Wohnsitz mit Parkanlage in ihr angestammtes, saniertes Domizil umziehen.

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