An einer ausserordentlichen Generalversammlung wurde den Vereinsmitgliedern des Vereins Grenchner Fest ein Neukonzept vorgestellt. In einer Pressemitteilung wurde nun die Ausgangslage und Vorgehensweise dargelegt, wie das Fest über die Bühne gehen und auf die Beine gestellt werden soll. Das nächste Grenchner Fest wird allerdings erst 2012 – ein Jahr später als vorgesehen – stattfinden.

Verschiedene Faktoren, wie etwa der Besucherrückgang, die eingeschränkte Infrastruktur im Stadtzentrum und der kleine Reingewinn, hatten 2008 zu Missstimmung geführt. Laut dem damaligen Organisationskomitee fehlte das gewisse Etwas. Es wurde kritisiert, man habe immer die gleiche, langweilige Zeltanordnung, keine Zeltdekorationen, die wirklich mitreissen. Den Mitwirkenden fehle das «Herzblut», hiess es. Vorwürfe an OK-Mitglieder wegen zu hoher Mietpreise wurden laut. Ein OK-Präsident, der schon kurz nach dem Fest seinen Rücktritt ankündigte, war auch nicht hilfreich. Die Situation war verfahren und die Zukunft des traditionellen Festes, das in erster Linie den Vereinen einen Gewinn in die Kassen spülen sollte, war ernsthaft gefährdet. Man war schon damals der Meinung, dass nur ein kompletter Neuanfang Sinn machen würde.

Ausschuss erarbeitete Vorschläge

Der Verein gab einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Marcel Bavot, Susanne Starke, Dominik Hirsch, Peter Traub jun. und Pierro Schürch, den Auftrag, Varianten aufzuzeigen und Vorschläge zu erarbeiten, unabhängig von den gemachten Erfahrungen. Man wollte etwas völlig Neues auf die Beine stellen. Diese Arbeitsgruppe entschied sich nach längerer Evaluation diverser Möglichkeiten – man hatte die Standorte Stadtzentrum, Badi, Fussballstadion, Flugplatzareal und Schulareal miteinander verglichen und die Vor- und Nachteile abgewogen – für die Grenchner Badi und erarbeitete ein Grobkonzept rund um den Standort Schwimmbad. Mit Stadtpräsidium, Standortmarketing, Polizei und Stadtbaumeister klärte man vorgängig die Machbarkeit ab und auch die Gemeinderatskommission sprach sich für ein Engagement der Stadt aus.

Dieses Grobkonzept wurde nun den Mitgliedern des Vereins Grenchner Fest vorgestellt und sieht im Wesentlichen Folgendes vor: Im Ostteil im Bereich des Haupteingangs der Badi soll es einen Beizlibetrieb geben. Im Westteil bei der Spielwiese der Badi wird ein Open Air für Junge und Junggebliebene durchgeführt. Nördlich der Badi, auf der Neumattstrasse, soll ein Lunapark für Stimmung sorgen. Auf den Sportanlagen rund um die Badi werden verschiedene Events unter Miteinbezug des Gewerbes und der Bevölkerung stattfinden. Um ein einmaliges, natürliches Ambiente zu schaffen, werden die Bäume im Süden des Schwimmbades mit Scheinwerfern angestrahlt. Auch verkehrstechnische Überlegungen wurden angestellt: Ein Bus-Shuttle-Dienst soll die Zu- und Wegfahrt zum und vom Festgelände ohne Auto ermöglichen.

Der Verein Grenchner Fest genehmigte an seiner ausserordentlichen Generalversammlung das Grobkonzept einstimmig. Nun werden Leute für das Organisationskomitee gesucht, welches die nötigen Vorarbeiten in Angriff nehmen soll. Allerdings eben erst für nächstes Jahr. Die Abklärungen hätten zu viel Zeit gebraucht, erklärt Susanne Starke von der Arbeitsgruppe. Man werde Ende August 2012 aber ein tolles Fest feiern können.