«Das ist wie beim Kauf eines Oldtimers: Man zahlt zwar etwa so viel, wie für einen Neuwagen, erhält aber fürs Geld nicht so viel Gegenwert. Beim Zaubertürmli ist es ähnlich», erklärt Kurt Brunner, der das ehemalige Trafohäuschen beim «Forum» an der Dammstrasse von der Stadt gekauft hat.

Brunner, selber wohnhaft in Lohn Ammansegg, ist in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig. Unter anderem betreibt er in Lohn einen Betrieb für Grabmalkunst und ist seit sechs Jahren in Zürich bei einer Firma für Autohandelsplätze tätig.

Er habe sich schon im Jahr 2010 für das «Zaubertürmli» interessiert und bei der Baudirektion angefragt, ob es zum Verkauf stehe, aber von dieser den Bescheid bekommen, es sei schon so gut wie verkauft.

Mit dem damaligen Kaufinteressenten, dem Elektronikfachmann und unmittelbaren Nachbarn Stefan Kalbermatter sei man einig geworden, dieser übernehme das Gebäude und werde es sanieren – eine Auflage der Stadt.

Eines war von Beginn weg klar: Abreissen darf man das Zaubertürmli nicht, da es unter kommunalem Schutz steht. Fassade, Fenster und Dach müssen saniert werden, die Baudirektion schätzte die Kosten dafür auf rund 70 000 Franken.

Deal geplatzt

Ende 2011 platzte der Deal. Zu den Gründen wollen sich beide Seiten heute nicht mehr äussern. Man darf aber davon ausgehen, dass das Angebot, welches Kalbermatter der Stadt machte, dieser zu niedrig war.

Brunner: «Irgendwann letzten Sommer bin ich zusammen mit meiner Frau dorthin gefahren, weil wir uns anschauen wollten, was jetzt aus dem Schmuckstück geworden ist und haben mit Erstaunen festgestellt, dass da rein gar nichts gegangen ist. Also habe ich wieder bei der Stadt nachgefragt, die mir dann vom geplatzten Deal erzählt haben. Also hab ichs im September gekauft.» Über den Verkaufspreis haben Brunner und die Stadt Stillschweigen vereinbart.

«Ich bin ein kreativer Typ und ein Ästhet», sagt Brunner von sich selber. Von daher sei für ihn klar, dass aus dem maroden Gebäude ein Schmuckstück werden soll. «Ich habe auch nicht um den Preis gefeilscht, denn ich habe mich einfach in das Zaubertürmli verliebt.»

Vermietung vorgesehen

Zuerst will Brunner die Aussensanierung in Angriff nehmen. Das kostet. «Die 70 000 Franken, das reicht gerade für das Nötigste, dessen bin ich mir bewusst. Für etwas Farbe und die allernötigsten Sanierungen am Dach und den Fenstern.»

Aber damit sei’s nicht getan: «Im Gebäude ist nur ein Kaltwasseranschluss und Strom vorhanden, geheizt wurde bis jetzt mit einem kleinen Holzofen. Das heisst: alles muss umgebaut werden, auch die Innentreppe muss ersetzt werden.»

Brunner will das Zaubertürmli später vermieten und will deshalb das Gebäude auch innen auf Vordermann bringen. «Ich will aber den Innenausbau so gestalten, dass Charakter und Flair des Zaubertürmlis beibehalten werden und will gleichzeitig den Ansprüchen an einen modernen Ausbau gerecht werden.»

Im Parterre könne er sich vorstellen, den Boden aus groben «Bsetzisteinen» zu gestalten, in den Obergeschossen soll der Charakter des Hauses mit schwerem Riemenparkett unterstrichen werden. Brunner will eine Gas-betriebene Bodenheizung einbauen. Auch bei den Fenstern soll nicht gespart werden: Statt günstigem Kunststoff will Brunner edlere Materialien verwenden: Aussen Alu, innen Holz

Frist: zwei Jahre

Erste Arbeiten hat Brunner bereits in Angriff genommen, das ehemalige Zauberhäuschen ausgeräumt und die Umgebung etwas gesäubert. Die grossen Arbeiten stehen noch an. Dafür hat Brunner von der Stadt eine Frist von zwei Jahren erhalten.

An wen er später das Häuschen vermieten will, ist noch ungewiss. Brunner kann sich für das Zaubertürmli – den Namen hat es erhalten, weil der Grenchner Zauberer Urs Saner mit Künstlernamen Orsani das Trafohäuschen 1978 mit dem Zauberring zusammen zu einem symbolischen Preis von der Stadt gemietet und renoviert hatte – verschiedene Nutzungen vorstellen: «Ein Zentrum für chinesische Medizin, zum Beispiel. Man wird ja schon beim Betreten des Häuschens halb gesund», meint Brunner schmunzelnd.

Oder ein Treuhänder oder Architekt, der viel mit der Stadt zu tun habe, könnte sich dort einrichten und die Nähe zum Forum, in dem die Baudirektion und andere Ämter untergebracht sind, ausnützen.

Denkmalpflege einbeziehen

«Ich habe meine Vorstellungen über künftige Mieter den Verantwortlichen der Baudirektion auch schon beschrieben. Man könnte dort auch Musikunterricht stattfinden lassen, oder jemand, wie ein Webdesigner, nutzt das Gebäude zu 50% für seinen Beruf und wohnt gleichzeitig auch dort.»

Auch beim Mietzins hat Brunner konkrete Vorstellungen: «Das Haus hat eine Grundfläche von rund 20 Quadratmeter. Auf den drei Stockwerken kann man also mit einer Bruttofläche von rund 65 Quadratmetern rechnen, die ich vorsichtig geschätzt für unter 1500 Franken pro Monat vermieten möchte.»

Brunner will auch die Denkmalpflege ins Projekt einbeziehen. «Ich hatte bereits einen ersten Kontakt und einen Ortstermin. Man hat bei der Denkmalpflege nichts gegen einen modernen Innenausbau und möchte über das weitere Vorgehen auf dem Laufenden sein.»

Mit den grossen Arbeiten wird Brunner allerdings erst nächstes Jahr beginnen, da aus beruflichen Gründen eine Verzögerung eingetreten sei, wie er sagt. Man darf gespannt sein.