Tourismus
Neuer Biketrail für Touristen in Grenchen

Grenchen Tourismus geht neue Wege: Zusammen mit Veloherstellerin BMC realisieren sie eine neue regionale Velostrecke. Das soll Touristen anziehen.

Patrick Furrer
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Die erste anspruchsvollere Stelle des Biketrails – hier präsentiert Projektleiter Adriano Lombardo ein Mountainbike von Sponsorin BMC. fup

Die erste anspruchsvollere Stelle des Biketrails – hier präsentiert Projektleiter Adriano Lombardo ein Mountainbike von Sponsorin BMC. fup

Solothurner Zeitung

Er steht mitten im Wald, den Lenker des BMC-Mountainbikes fest im Griff. Vor der Kamera bewegt sich Projektleiter Adriano Lombardo zögerlich, dabei mag er Tempo, ist selbst begeisterter Biker und legt jede Woche zwischen 50 und 100 Kilometer mit Mountainbike oder Rennvelo zurück. «Eine geile Strecke», schwärmt er vom geplanten Biketrail. «Sie bietet fast alles, von einfacheren bis anspruchsvollen Passagen, und hat dabei einen angenehmen mittleren Schwierigkeitsgrad.» Lange hat Lombardo darauf hingearbeitet – jetzt steckt das Gemeinschaftsprojekt von Grenchen Tourismus und Veloherstellerin BMC kurz vor seiner Vollendung.

Start ist oberhalb der Holzerhütte, Richtung Wasserlochweg und Lommiswil, ein grosses Eingangstor wird den Biketrail kennzeichnen. Die Route führt von Grenchen über Romont, Lengnau und wieder zurück. Die Höhenunterschiede sollen rund 200 Meter betragen. Gefahren wird auf bereits bestehenden Wegen, die neu ausgeschildert werden. Läuft alles nach Plan, könnte der Biketrail noch diesen Herbst eröffnet werden.

Kostenpunkt: Rund 10000 Franken

Die Idee für einen Biketrail ist schon beinahe fünf Jahre alt und am Stammtisch geboren. Die Entwicklung des Konzepts habe länger gedauert als ursprünglich geplant, erklärt Lombardo. «Viele Gespräche und Informationsrunden waren nötig, denn wir wollten, dass die Wünsche möglichst aller Parteien berücksichtigt werden.» Deshalb hat Grenchen Tourismus eine Art interne Vernehmlassung durchgeführt, mit den Waldbenutzern, den Waldbesitzern, Bürgergemeinde und anderen betroffenen Gruppierungen.

Nun muss noch die rechtliche Hürde gemeistert werden: Weil das Projekt ausserhalb der normalen Bauzone liegt, ist eine Ausnahmebewilligung zwingend. Entsprechende Eingaben wurden gemacht, die Abklärungen in den Kantonen Solothurn und Bern laufen.

BMC mit dabei

Hauptsponsor des Biketrails ist die Veloherstellerin BMC aus Grenchen, die in letzter Zeit bereits Schlagzeilen mit ihrer neuartigen, vollautomatischen Rahmenfabrik und dem geplanten Velodrom gemacht hat. Budgetiert sind rund 10000 Franken. Die ganze Projektarbeit wurde von Lombardo und dem Tourismus-Team in Fronarbeit geleistet.

BMC war von Anfang an mit dabei, wollte ursprünglich auch die Beschilderung selbst übernehmen. Das übernimmt jetzt die gemeinnützige Firma Pro Work. «Es ist toll, dass alle Beteiligten ihren Teil beitragen», freut sich Adriano Lombardo. Denn so sei das Projekt breit abgestützt. Natürlich wird sich Sponsor BMC optisch auf dem Trail präsentieren – auf der Eingangstafel und speziellen Präsentationsfeldern. Und natürlich im Internet und im Flyer.

Keine Eigenbrötler-Lösung

Rund 40 Schilder sind nötig, damit sich in den Wäldern keiner verfährt. Der Biketrail wird gemeinsam mit SchweizMobil – der Stiftung zur Förderung des Langsamverkehrs – realisiert. Beschildert wird mit den offiziellen bekannten rotgelben Mini-Wegweisern. Die Wegweisung der Routen von SchweizMobil ist in der ganzen Schweiz einheitlich und basiert auf der Schweizer Norm für die Langsamverkehrs-Signalisation. «So können wir das lokale Angebot als Schlaufe in das bestehende Moutainbike-Netz einbinden und werden dadurch auch auf den Präsentationskanälen von SchweizMobil, etwa im Internet, berücksichtigt», erklärt Adriano Lombardo die Vorteile aus der Zusammenarbeit.

Ein anderer Vorteil ist, dass bei der Holzerhütte genügend Parkplätze vorhanden wären, damit Biker mit ihren Fahrrädern im Auto anreisen können. Wer sich für den Biketrail interessiert und die genaue Route einmal begutachten möchte, kann dies übrigens ab dem 28. Mai. Dann präsentiert sich Grenchen Tourismus an der Mittelländer Ausstellung mia. «Wir sind dort, um aufzuzeigen, wo und womit man in unserer Region ‹rollen› kann», sagt Adriano Lombardo, «vom Trottinett auf dem Grenchenberg bis zu den Inline-Skates.»

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