Nach dem Spatenstich im Oktober 2010 ist auf dem einstigen Credit Suisse-Landstück eine Überbauung für aktive Menschen jeglichen Alters entstanden, deren Angebot sich vornehmlich an ältere Semester richtet. 62 edle Eigentums- und Mietwohnungen in fünf Gebäudeteilen, ein hauseigenes Restaurant, ein grosses Dienstleistungspaket, eine innovative Energiebewirtschaftung und eine zentral gelegene Lage sind Stichworte, die das «Zuhause am Girardplatz» auszeichnen, das von der Immobilienfirma «60plus» realisiert worden ist. Architekt und Verwaltungsratsmitglied ist Frank Schneider, Verwaltungsratspräsident und Ansprechpartner in Grenchen Filippo Melena.

Die beiden Berner sind das Duo, welches das ehrgeizige Projekt verwirklicht haben. Die Bausumme wird auf 20 bis 30 Millionen Franken geschätzt. Noch vor dem ersten Einzug konnte der grösste Teil der Wohnungen bereits vermietet oder verkauft werden. Laut Liegenschaftsverwalter Urs Leimer waren bis gestern nur noch gerade neun Mietwohnungen und einige Kaufobjekte verfügbar. In Schönbühl besteht bereits eine vergleichbare Anlage, eine weitere ist im aargauischen Menziken geplant.

Allem Gegenwind zum Trotz

Vor dem öffentlichen Teil am Nachmittag waren am Vormittag zahlreiche prominente Menschen aus der Region zu einer ersten Präsentation geladen. Rund 40 Personen nahmen teil. In seiner Ansprache stellte Architekt Frank Schneider das «Zuhause» genauer vor. Lange habe man nach einem geeigneten Standort gesucht, erst über einen Freund geriet er zum Grundstück an der Girardstrasse, wenig südlich des östlichen Eingangs zur Begegnungszone. Auch die Suche nach Investoren erwies sich als schwierig. «Keiner glaubte, dass unsere Idee funktioniert, erst recht nicht in Grenchen.»

Erst durch Beziehungen kam der Kontakt zur Bank Sarasin in Basel zustande, die die Verwirklichung möglich machte. «Jetzt ist etwas entstanden, auf das wir stolz sein können - ein Meilenstein», sagte Schneider. Besonders strich der 1946 geborene Architekt heraus, dass die Dienstleistungen wie die im Haus eingemietete Spitex, Reinigung, Betreuung, Bibliothek, Well- und Fitnessbereich oder die Vinothek alle fakultativ sind und kein Zwang besteht, sie zu nutzen. Ein persönlicher Wunsch sei auch, dass nicht nur gewohnt, sondern auch gelebt wird, dass die Bewohner gemeinsam etwas unternehmen. Ebenfalls wies Frank Schneider auf das Energiekonzept der Anlage hin, die sich zu grossen Teilen selbst versorgt. Möglich wird das durch ein Blockheizkraftwerk, Solaranlagen und effektive Wärmedämmung. Zum Schluss dankte der «60 plus»-Vertreter allen an der Verwirklichung Beteiligten.

Vorteil für Spitex und deren Klientel

Rolf Dysli, Präsident des Spitex-Vereins Grenchen, sprach von einem «grossen Tag für die Spitex». Die grosszügigeren Räume ermöglichen es der Spitex, effizienter zu arbeiten und sich noch besser um ihre Klienten zu kümmernals am vorherigen Standort im Bürgerhaus. Weiter ging der Spitexpräsident auf die Geschichte des Vereins ein, der 1992 gegründet wurde. In seine 280 Quadratmeter am Girardplatz hat die Spitex 120 000 Franken investiert, unterstützt und begleitet wurde sie von Jürg Vifian von der Baudirektion.

Vize-Stadtpräsident Hubert Bläsi meinte in seinem Grusswort: «Ein schönes Zuhause, ein Service-Angebot ohne Grenzen, ein zentraler Wohnort. Wo gibt es das?» Die Antwort tue gut: «In Grenchen». Diese positive Nachricht sei vor allem auch Architekt Frank Schneider zu verdanken, welcher mit viel Herzblut und Engagement hinter dem Projekt steht. Bläsi verwies auf den durch gesundheitspolitische und demografische Umwälzungen zunehmenden Bedarf für derartige Angebote. «Wohnen im Alter» sei etwas, was alle früher oder später angeht. Die Realisierung des Projektes verglich er im Weiteren mit einem Bauern, der erst das richtige Land braucht, dann das Geld und schliesslich auch das Engagement und den Eifer, sich um das Gesäte zu kümmern, bis er ernten kann. In diesem Sinne dankte Hubert Bläsi auch der Spitex und «60 plus» und wünschte ihnen, dass sie alsbald eine reiche Ernte einfahren können.

Neue Wohnresidenz am Girardplatz feierlich eingeweiht

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