Der Kommandant zeigte sich erleichtert, dass trotz der Unsicherheit der Verhandlungen mit dem Kanton über die Leistungsabgeltung für die Stadtpolizei sein Korps den vollen Rückhalt der Grenchner Politik geniesse. Ambühl benutzte das Bild der Schlacht bei den Thermopylen (480 v. Chr.), als eine heldenhafte kleine Schar den Rückzug des griechischen Heers gegen die Perser sicherstellen konnte. «Auch wir müssen uns als kleine Einheit immer wieder gegen eine Mehrzahl stellen», meinte der Kommandant. Die Unterstützung der Grenchner Politik sei deshalb umso wertvoller.

Taser sorgte für Schlagzeilen

Ein Beispiel dafür sei, dass die Gemeinderatskommission am 23. Mai 2018 grünes Licht gegeben habe für den Einsatz von Tasern. Die Elektroschockgeräte wurden letztes Jahr von der Stadtpolizei Grenchen eingeführt, was kantonsweit für einigen Gesprächsstoff sorgte. Im Herbst wurden die Grenchner Stadtpolizisten am Taser ausgebildet. «Nur wer den Selbsttest absolviert hat, darf das Gerät auch im Einsatz benutzen», hielt Ambühl einmal mehr fest. Bis auf vier Mitarbeitende hätten alle Korpsangehörigen den Selbsttest absolviert, einige gar im scharfen Schuss (die anderen mit an die Kleidung angehefteten Elektroden).

Ambühl dankte seinen Mitarbeitern für den Rückhalt – selbst als sie sich beispielsweise von den Medien beim Taser-Selbsttest filmen liessen. «Es sind meine Mitarbeiter, welche die Ideen des Chefs an der Front umsetzen und den Kopf hinhalten, auch wenn sie im Hintergrund vielleicht manchmal darüber fluchen.»

Anhand eines Beispiels aus den Medien zeigte Ambühl, welche Folgen der Schusswaffeneinsatz der Polizei haben kann: nämlich den Schuldspruch des Einsatzleiters bis vor Bundesgericht. «Da verantworte ich doch lieber einen umstrittenen Tasereinsatz, bei dem am Ende alle weitgehend unverletzt bleiben.» Das Gerät wurde bisher im Ernstfall noch nicht eingesetzt.

Aber nicht nur, weil in Grenchen alle brav sind. Auf den gemischten Patrouillen mit der Kantonspolizei dürfen die Taser gar nicht mitgenommen werden.

Autozahl wächst weiter rasant

Ambühl rief schliesslich Polizeierfolge im vergangenen Jahr in Erinnerung, allen voran die Aushebung von zwei Hanf-Indoor-Anlagen innerhalb von nur drei Tagen. Das Präventionsvideo «Wer trinkt, fährt nicht» sei schon über 13 000 mal angeklickt worden.
Die Details des Polizeialltags lieferte der stv. Kommandant Hugo Kohler: Die Anzahl Motorfahrzeuge stieg auf 10 250 (+181). Es wurden 39 Verkehrsunfälle registriert und kam zu 239 Anzeigen im Bereich Strassenverkehr.

Im Bereich Strafgesetzbuch kam es zu 316 Anzeigen, wovon 66 wegen Diebstahls, 55 wegen Sachbeschädigung und 29 wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Ferner unter anderem: 32 Festnahmen, 19 Einsätze wegen häuslicher Gewalt und 584 Zustellungen von Zahlungsbefehlen.

Stadtpräsident François Scheidegger konnte drei Beförderungen vornehmen: Christoph Rüegger und Thomas Gerber zu Gefreiten und Daniel Nikles zum Wachtmeister mit besonderer Verantwortung. (at.)