Spital
Neue Machbarkeitsstudie zum Spitalbau in Arbeit

Investor Solviva und soH wollen ihre Zentren in Grenchen gemeinsam in der Liegenschaft des Kantons realisieren.

Patrick Furrer
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Hanspeter Bärtschi

«Das Projekt Sunnepark auf dem nördlichen Spitalreal Grenchen wird nun in angeänderter Form realisiert», bestätigt Willi Gyger, Verwaltungsratspräsident der Solviva AG. Die Investorin hatte grosse Pläne mit dem Land, auf dem heute noch das alte Spital und das Schwesternhaus stehen. Letzten Frühling wurde das Projekt Sunnepark als Sieger eines Architekturwettbewerbs der Öffentlichkeit vorgestellt: Die alten Gebäude sollten einem Neubau für ein Alterspflegeheim weichen, östlich davon 40 Alterswohnungen entstehen.

Die Zukunft des Nordareals schien klar. Doch schon wenig später wurde bekannt, dass sich die Solothurner Spitäler AG (soH), die auf dem Südareal das «neue Spital» betreibt, teilweise und bedeutend schneller als erwartet aus Grenchen zurückzieht. Und: Sie überlässt der Solviva einen Teil der Infrastruktur, sodass diese ihr Pflegezentrum im Spital betreiben kann.

Gesundheitszentrum erweitern

Bis auf Weiteres will die soH das bestehende Gesundheitszentrum mit den Privatpraxen für Gynäkologie, innere Medizin und Augenheilkunde weiterführen, bestätigt Direktor Kurt Altermatt. Das Angebot an Sprechstunden von Spitalärzten werde ausserdem erweitert. «Zur orthopädischen Sprechstunde sollen zum Beispiel Sprechstunden in Psychiatrie, Nephrologie oder Urologie angeboten werden sowie eine Diabetes- und Ernährungsberatung.» Die Radiologie und die Physiotherapie würden weitergeführt. Ausserdem sei man weiterhin auf der Suche nach Interessenten für den Betrieb einer hausärztlichen Gruppenpraxis.

Während die soH den Behandlungstrakt des Spitals nützen will, ist angedacht, dass die Solviva parallel dazu das Pflegeheim vor allem im Bettentrakt betreibt. Damit verbunden ist ein grösserer Umbau. Auf dem Nordareal sind neu 80 bis 100 statt 40 Wohnungen geplant, wovon ein guter Teil altersgerecht sein wird.

Für die gemeinsame Nutzung als Gesundheits- und Pflegezentrum besteht eine Absichtserklärung zwischen Solviva, soH und dem Kanton als Liegenschaftsbesitzerin. Das Raumprogramm ist erstellt. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, deren Ergebnisse in wenigen Monaten vorliegen sollen. Die Umsetzung soll gemäss Kurt Altermatt im Herbst 2011 eingeleitet werden.

Nichts mehr dem Zufall überlassen

Das Architekturbüro Fugazza Steinmann & Partner aus Wettingen, welches den Projektwettbewerb 2010 gewonnen hatte, bleibt auch mit den veränderten Plänen im Boot, wie Co-Geschäftsführer William Steinmann bestätigt. Steinmann muss dennoch zugeben, dass man sich über die plötzliche Neuausrichtung der Spitäler AG «wahnsinnig geärgert» habe. «Wir hatten zwei Jahre zuvor mit den Projektarbeiten begonnen.

Insgesamt 15 vorselektierte Architekturbüros hatten am Wettbewerb teilgenommen. Dass jetzt alles plötzlich ganz anders kommt, war schon ein Schlag.» Auch in der Stadtverwaltung hatte man sich nach der Neuausrichtung die Augen gerieben. Vor Kurzem reichte die SP deshalb die Motion «Planungszone Spital Grenchen» ein. Das Spitalareal ist der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (OeBA) zugeteilt.

Stadt muss Pläne kennen

Die Partei verlangt von der Baudirektion, zu prüfen, ob auf dem ganzen Areal eine befristete Planungszone erlassen werden kann. Damit müssten sich alle Beteiligten verbindlich zur geplanten Entwicklung äussern. Während dieser Frist dürften zudem «keine baulichen Veränderungen oder sonstigen Vorkehrungen getroffen werden, welche dem öffentlichen Interesse widersprechen», schreibt die SP weiter.

Stadtbaumeister Claude Barbey würde eine Klärung grundsätzlich begrüssen. Remo Bill, Mitunterzeichner der Motion, erklärt: «Es geht nicht darum, etwas zu verhindern.» Die aktuellen Pläne waren ihm bisher nicht bekannt. Die Stadt müsse die Pläne einfach kennen, um nötigenfalls Einfluss nehmen zu können. Oder im Wortlaut der Motion: «Eine verbindliche Klärung der zukünftigen Nutzung und baulichen Massnahmen auf dem gesamten Areal liegt im übergeordneten öffentlichen Interesse der Stadt Grenchen und darf nicht dem Zufall überlassen werden.»