Die neue Tafel, welche bereits die dritte bei der Burg Grenchen ist, gibt Auskunft über die erste Besiedelungsperiode 1000-1150 n. Chr. Sie wurde von der Schweizerischen Philanthropischen Gesellschaft Union gestiftet und vom Bettlacher Bauunternehmer Franz Allemann errichtet.

«Wir wollen mit solchen Aktionen wieder vermehrt Kinder und Schüler erreichen, damit diese nicht nur mit dem Handy beschäftigt sind oder ständig im Internet surfen», sagt Beat Leimer, Präsident Historischer Verein Bettlach. Um die Attraktivität der Burgruine für Jugendliche und andere Besucher zu steigern, wurde bereits letzten Herbst der Schutzzaun der Burg teilweise wieder nachgebaut.

Dieser soll den Besuchern einen Eindruck der Befestigungsanlage der alten Holzburg vermitteln. «Der Schutzzaun wurde errichtet, damit wir den Kindern etwas Dreidimensionales bieten können und so das Ganze etwas abenteuerlicher wirkt», erklärt Leimer. Zusätzlich will man damit das Interesse der Jugend auch auf die heimische Geschichte richten.

«Die Jugendlichen sollen erkennen, dass es nicht nur einen 1. und 2. Weltkrieg gegeben hat, sondern dass auch andere interessante geschichtliche Ereignisse stattgefunden haben», so der Präsident des historischen Vereins. Alfred Fasnacht, Spezialist für die Burg Grenchen, erklärt den aufmerksamen Teilnehmern die Geschichte der historischen Burganlage, welche auch auf der neuen Infotafel erläutert wird.

Die Burg Grenchen-Bettleschloss wurde demnach um das Jahr 1000 gegründet und das vermutlich als Rodungsburg in der Bauweise einer Holzburg. «Die Rodungsgebiete der Burg waren die Weiden des Bettlachbergs und der Hofacher», sagt Fasnacht. Die Steinburg entstand erst rund 150 Jahre später, da der Bau Jahre dauerte, enorme Geldsummen verschlang und mit einer intensiven Planungsarbeit verbunden war. Im Gegenzug dazu gestaltete sich der Bau einer Holzburg wesentlich einfacher.

Prestigeobjekt Steinburg

Denn aufgrund der Rodungen war das Baumaterial bereits vorhanden und die Errichtung dauerte in der Regel wenige Wochen oder Monate. Dennoch wurde von den adeligen Herren von Grenchen an der Stelle der Holzburg eine Steinburg errichtet, da diese als Prestigeobjekte galten.

«Wenn Adelsgeschlechter im Hochmittelalter einen gewissen Wohlstand erreicht hatten und in der Gesellschaft der Adeligen etwas gelten wollten, so mussten sie eine Steinburg errichten», hält Fasnacht fest. Von der ehemaligen Burg liess man dabei nichts übrig, da man die Holzbauten vermutlich abtrug. Hingegen liess man den Burgwall aus der Zeit der Holzburg stehen und nutzte ihn auch weiterhin.