Stadtgrün

Neue Bepflanzung in Grenchen: «Wir wollen der Bevölkerung etwas Schönes bieten»

Am Mittwoch wurde auf den städtischen Grünflächen der Sommerflor eingepflanzt. Diese Saison ist die Farbe gelb Trumpf. Die Pflanzen werden neu beim Grenchner Gewerbe bezogen.

Morgens 7.30 Uhr an der sogenannten Hegelbach-Kreuzung in Grenchens Stadtzentrum. Die letzten Nebelschwaden verziehen sich, und die Frühlingssonne kündet zur Abwechslung einen strahlenden Tag an. Stadtgrün-Leiter Patrick Nyffenegger steht am Rand der kleinen Grünfläche an der meistbefahrenen Kreuzung der Stadt. Die Frühjahrsbepflanzung wurde in den letzten Tagen entfernt und die Erde von seinen Mitarbeitenden von Stadtgrün Grenchen für die Sommerflor-Bepflanzung vorbereitet. Die kleine schnitzförmige Fläche ist eine von rund einem halben Dutzend Standorten der Stadt, die mit einer saisonalen Wechselbepflanzung versehen werden. Nachdem die Eisheiligen vorbei sind, ist hier alles parat für die Sommer-Anpflanzung.

Gelb, die Farbe dieses Sommers

Die Arbeit des Stadtgrün-Leiters beginnt allerdings schon viel früher. Schon letztes Jahr hat er sich für ein Generalthema für die diesjährige Stadtbepflanzung entscheiden müssen. «Ich nenne es Lemon fresh, weil die Farbe Gelb dominant sein wird», erklärt er. Wie bei der Pariser Mode ist Gelb auch hier en vogue. Die Pflanzen mussten bereits im vergangenen November bestellt werden. Rund 1000 Stück sind es allein für die 40 Quadratmeter an der besagten Kreuzung. Kosten: rund 2000 Franken (vgl. Kasten).

«Wir schauen, dass wir auf solchen viel beachteten Flächen der Bevölkerung jedes Jahr etwas Schönes und bisweilen auch Überraschendes fürs Auge bieten können», erklärt Nyffenegger. Die übrigen Grünflächen werden mit mehrjährigen Pflanzen, Stauden und Gehölzen, meist Sträuchern, bestückt, welche weniger Aufwand verursachen. Für die Bepflanzung der stark frequentierten «Premium-Standorte» hat er einen Plan angefertigt, der den Gärtner-Equipen genau aufzeigt, welche Pflanze wo gesetzt werden muss, damit ein optisch stimmiges Gesamtbild entsteht.

Bepflanzung nach Plan

Auf dem Plan im Massstab 1:100 wird zwischen Solitär- und Füllpflanzen unterschieden. Nach dem «Lemon fresh»-Schema werden beispielsweise die Rabatten beim Hôtel de Ville, der Kreisel beim Bahnhof Süd oder der Badi-Eingang bepflanzt und auch die sechs Blumenpyramiden auf dem Marktplatz.

Nächste Station: Für die Beschaffung der Pflanzen arbeitet Nyffenegger neuerdings mit dem lokalen Gewerbe zusammen. In der Gärtnerei Egloff an der Grenze zu Lengnau stehen die Blumen und die bereits bepflanzten Blumenpyramiden für den Verlad bereit.

Pflanzen aus Grenchen

Thomas, Nicole und Xaver Egloff führen eine der beiden letzten in Grenchen noch verbliebenen Gärtnereien. «Als wir 1986 hier begannen, gabs in Grenchen noch fünf davon», erinnert sich Thomas Egloff. Er freut sich, dass er wieder Lieferant der Stadt wird, nachdem die Pflanzen in den letzten Jahren mehrheitlich auswärts beschafft wurden. Mit diesen intakten Aussichten will Egloff demnächst auch in die Beheizung der Treibhäuser investieren. Das Öl soll durch umweltfreundliche Holzschnitzel abgelöst werden.

Ausnahmsweise hilft man heute der Stadtgärtnerei wegen dortiger Personalknappheit auch bei der Bepflanzung selber noch aus. Zurzeit herrscht in der Gärtnerei Hochbetrieb, insbesondere auf dem Friedhof sind jetzt auch neue Pflanzen für den Grabschmuck angesagt.

Zurück im Büro von Stadtgrün-Leiter Patrick Nyffenegger. Er hat in den letzten Monaten die Grünflächen Grenchens systematisch auf dem Computer erfasst. Dafür wurde die Stadt in zwei Zonen eingeteilt, im Wesentlichen nördlich und südlich der Kantonsstrasse T5. Im Norden müssen 130 Objekte gepflegt werden, im Süden 111. Dafür ist je eine Equipe der Stadtgärtnerei unterwegs. Auf einer Excel-Tabelle kann die Pflege der einzelnen Standorte im Überblick verfolgt werden, im Geo-Informationssystem teilweise bis auf Stufe einzelner Baum, beispielsweise auf dem Friedhof-Areal.

Sorgenkind Stadion

Insgesamt arbeiten 12 Personen bei Stadtgrün (inklusive Friedhofunterhalt). Laut Nyffenegger soll dieses System mithelfen, die Grünpflege systematischer durchzuführen, doch nicht alles lässt sich genau planen. Letzten Sommer musste beispielsweise jeden zweiten Tag bewässert werden.

Ein Sorgenkind ist auch heuer der Fussball-Rasen im Stadion. Er musste frisch angesät werden und ist erst Ende Juni wieder bespielbar. Die Spiele des FC Grenchen finden zurzeit im Stadion Riedern statt. Laut Nyffenegger wurde für die Rasenpflege im Stadion früher zu wenig investiert.

In einer Artikelserie begleiten wir Stadtgrün Grenchen bei verschiedenen Tätigkeiten durch die Jahreszeiten.

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