Unter dem Titel «Das Bundesamt für Wohnungsbau braucht es heute und in Zukunft» bleibt die SP-Nationalrätin aus der Region Olten mit einer im Nationalrat eingereichten Interpellation am Ball mit Fragen zur unsicheren Zukunft des Grenchner Bundesamtes, welches im Rahmen von Sparmassnahmen redimensioniert oder geschlossen werden soll. 

Die Interpellation wurde nebst ihren Parteikollegen auch von Kurt Fluri (FDP) und Stefan Müller-Altermatt (CVP) unterzeichnet. Unter dem Titel "Bundesamt für Wohnungswesen: Föderalistische und dezentrale Strukturen mit fairer Kostenberechnung bei Entscheidungen berücksichtigen" hat ferner der Gerlafinger SP-Nationalrat Philipp Hadorn eine Motion eingereicht.

Hadorn weist in seiner Motion auf die Häufung von Bundesämtern in der Stadt und im Kanton Bern hin und fordert den Bundesrat auf, auf föderalistische Strukturen in der Schweiz Rücksicht zu nehmen - auch bei Reorganisationen. Zudem  gelte es die günstigen Büroräumlichkeiten in Grenchen in die  Betrachtung einzubeziehen. Alle Solothurner Nationalräte dazu auch Beat Jans (SP/BS) haben Hadorns Motion unterschrieben. 

Grenchner Kantonsräte werden aktiv

Auch in der Stadt Grenchen tut sich was. Laut Vize-Stadtpräsident und Kantonsrat Remo Bill (SP) haben sich die  Grenchner Kantonsräte getroffen um einen Vorstoss zu formulieren, welcher an der nächsten Kantonsratssession am 20. März eingereicht werden soll. 

Bea Heim stellt in ihrer Interpellation die Frage, "mit welchen messbaren Zielsetzungen, Leistungen und mit welchen Ressourcen dem Verfassungsauftrag aus dem Artikel 108 entsprechend der Wohnbau- und Wohneigentumsförderung bisher entsprochen wurde und wie dies in Zukunft mindestens im selben Umfang realisiert werden soll." und ob es nicht günstiger sei, am Standort Grenchen festzuhalten, angesichts der tieferen Quadratmeterpreise pro Arbeitsplatz als etwas in Bern für dieselben Aufgaben aufzubauen.

Sowohl Heim als auch Hadorn schlagen vor, dass wenn in Grenchen durch eine Reorganisation Räume frei würden, diese weiter für Bundesaufgaben zu nutzen. Das 1995 gebaute Bürogebäude an der Storchengasse gehört nämlich der Eidgenossenschaft.

Das Bundesamt für Wohnungswesen ist das einzige Bundesamt im Kanton Solothurn. Allein in Biel sind zwei Bundesämter angesiedelt, das Bundesamt für Sport und das Bundesamt für Kommunikation. Vor zehn Tagen wurde Publik, dass Bundesrat Johann Schneider-ammann die Schliessung des Bundesamtes in Erwägung zieht.