Gleich drei Projekten hat der Grenchner Gemeinderat gestern Vorschub geleistet. Zuallererst dem Nahwärmeverbund Zentrum - dem Geschäft, das im Vorfeld zu Dissens geführt hatte, weil als Vertragspartner anstelle der SWG die externe Firma EBM vorgesehen ist. Die Beratung des Geschäfts verlief aber sachlich. Reto Gasser (FDP) sprach wohl für alle, als er sagte: «Wir wollen nach vorne schauen und nicht mehr zurück.»

Die SWG wird neu von der EBM für die Betriebsführung vor Ort engagiert, zudem werden die Holzschnitzel für die Heizanlage von der Bürgergemeinde bezogen. Gasser: «Jetzt haben wir eine angemessene, gute Lösung.» Remo Bill (SP) wie auch Ivo von Büren (SVP) stellten die Frage nach einem alternativen Standort für die Heizungsanlage. «Schliesslich muss sie sich nahtlos in die schützenswerte Umgebung einfügen», erklärte Bill. EBM-Vertreter Martin Dietler und Peter Jecker zeigten sich für Vorschläge offen. Die Heizungsanlage soll im Hang gebaut werden und das Niveau Lindenstrasse nicht überragen, der Kamin ungefähr 15 Meter hoch werden.

Die Gemeinderäte stimmten dem Projekt und dem Contracting mit der EBM zu. Als feste Vertragsdauer wurden 30 Jahre gewählt. Danach soll die Anlage an die Stadt übergehen.

Den Bettlachern zuvorgekommen

Der Gemeinderat stimmte auch einer Erschliessungs-Strasse durch das Grundstück zwischen der BGU und der Strausack AG im Oberen Riederen und dem Nachtragskredit von 640 000 Franken zu. Die Stadt wird dort Land an die Mikrokomponenten-Herstellerina Feller Pivotages verkaufen, die einen Neubau errichten und ihren alten Standort an der Bettlachstrasse aufgegeben wird. Mit dem Entscheid des Gemeinderats konnte verhindert werden, dass die Firma nach Bettlach abwandert, welches ihr ein Konkurrenzangebot unterbreitet hatte. Laut Geschäftsführer Martin Rüegsegger ist es Zeit für eine Expansion. Die Firma entwickle sich sehr erfreulich. Die Kosten für den Industrieneubau indes liegen im sechsstelligen Bereich.

Gutes und nötiges Angebot

Schliesslich nahm der Gemeinderat erfreut Kenntnis vom Zwischenbericht zum Jugendprojekt Midnight Grenchen. Die Erfahrungen nach drei Monaten sind sehr positiv. Die Teilnehmerzahl ist im Verlauf der fünf Veranstaltungen tendenziell gestiegen; die Zahlen schwanken zwischen 35 und 61 Jugendlichen pro Samstagabend. Markus Glaser von Midnight Sports Schweiz lobte die Arbeit der Planungsgruppe und des Leiterteams vor Ort. Die Fraktionen zeigten sich vom Erfolg erfreut, teilweise positiv überrascht. Richard Aschberger (SVP) und Hubert Bläsi (FDP) stellten sogar schon in Aussicht, dass man unter diesen Vorzeichen die Weiterführung des Projekts wohl unterstützen werde. Darüber wird der Gemeinderat aber erst in einem Monat entscheiden.