Beim Werkhof Bettlach ist momentan die Jurastrasse seit rund einem Monat durch eine grosse Baustelle unterbrochen. Die Brücke ist weg und auch die kleine Mauer im Giglerbach mit den kleinen Öffnungen, der Geschiebesammler, wurde abgebrochen. Man will dort einen modernen Geschiebesammler bauen, ähnlich dem am Höhenweg, der als erste Sofortmassnahme nach den Überschwemmungen im Jahr 2007 gebaut worden war.

Bei Grossereignissen, also starken Regenfällen, Schneeschmelze und daraus sich ergebendem Hochwasser, werden durch eine Balkensperre grosse Felsbrocken und Holz zurückgehalten, kleinere Geschiebemengen werden durchgelassen und so die Erosion im unteren Teil vermindert.

Ein Jahr Verspätung

Letztes Jahr hätte man mit den Arbeiten beginnen sollen, aber daraus wurde nichts, weil man das Submissionsverfahren nochmals durchführen musste. Im November 2015 hatte der Gemeinderat den Antrag zur öffentlichen Planauflage zuhanden des Regierungsrates beschlossen, dieser erteilte die Genehmigung im Oktober 16. Die Gemeindeversammlung genehmigte zwei Monate später einen Kredit von 650'000 Franken für die Sanierung.

Weil aber bei der Submission im Einladungsverfahren wider Erwarten alle Angebote weit über dem Schwellenwert von 500'000 Franken lagen, der so ein Submissionsverfahren überhaupt zulässt, musste man ein öffentliches Submissionsverfahren durchführen und der Gemeinderat sah sich zähneknirschend gezwungen, einen Nachtragskredit von 150'000 Franken zu bewilligen.

Jetzt aber geht es vorwärts, wie ein Augenschein vor Ort zeigt: Mit den Vorarbeiten habe man im Mai begonnen, die Vollsperrung der Jurastrasse wurde im Juni eingerichtet, erklärt Bauverwalter Titus Moser. «Neben der Brücke über den Giglerbach für die Autos hatte man vor Jahren eine Fussgängerbrücke erstellt.

Planaufsicht von oben: Der Giglerbach fliesst von links nach rechts, rot die neuen Steinmauern und der Geschiebesammler.

Planaufsicht von oben: Der Giglerbach fliesst von links nach rechts, rot die neuen Steinmauern und der Geschiebesammler.

Die Holzbrücke hätte ursprünglich nur um ein paar Meter versetzt werden sollen, um für Fussgänger weiterhin einen provisorischen Übergang zu bieten. Aber man beschloss, sie ganz ans südliche Ende der Baustelle zu versetzen, trotz ihres sehr schlechten Zustands. Dort entstehen weniger Behinderungen der Bauarbeiten und grössere Sicherheit für die Benützer der Fussgängerbrücke.»

Fahrplan wurde eingehalten

Als Erstes wurden die Gas- und Wasserleitungen, die entlang der Jurastrasse den Bach von Ost nach West unterqueren, tiefer gelegt. Gleichzeitig versetzten auch die Swisscom, die GAG und die AEK ihre Leitungen. Diese waren nämlich in der Platte der alten Autobrücke verlegt, die ersetzt wird. Nach dem Abbruch der alten Brücke wurde das Bachbett ausgebaggert und auf der Ostseite verbreitert.

Die beiden Seitenmauern und der Bachbettboden im Bereich der Brücke wurden bereits betoniert, ebenso die querstehende Betonmauer des Geschiebesammlers, wo im Fall eines Hochwassers grobes Material aufgefangen wird. Momentan ist man daran, vor der Mauer die angrenzenden Stützmauern zu betonieren. In diesem Bereich wird man das Bachbett auf der einen Seite verbreitern und die Böschung auf der Ostseite etwas abflachen. Mit anderen Worten auch Platz schaffen für das Geschiebe. Der Platz, auf dem momentan die Baumaschinen und der Kran stehen, wird dadurch etwas kleiner, soll aber auch nach der Bauerei weiterhin als Lagerplatz für den Werkhof dienen.

Als Nächstes werden vorfabrizierte Betonplatten auf die Brückenmauern versetzt, welche den Bach begrenzen und man hinterfüllt die Mauern. Eine sogenannte «verlorene Schalung», wie Moser erklärt. Denn darauf wird dann die Armierung gelegt und ein Spezialbeton eingebracht, der innert vier bis fünf Tagen fertig getrocknet ist. Mit der Brückenlatte werden in Fahrbahnrichtung auf beiden Seiten in einem Arbeitsgang mit der Brückenplatte auch sogenannte Schleppplatten betoniert. «Die Schleppplatte bildet den Übergang vom starren Betonkörper zum gewachsenen Boden.

Speziell im Bereich der Mauerhinterfüllungen entstehen zwangsläufig Setzungen. Die Schlepplatte überbrückt das unterschiedliche Setzungsverhalten und somit entsteht kein vertikaler Absatz im Fahrbahnbelag», so Moser. Auf die Brückenplatte und die beiden Schleppplatten kommt dann ein sogenanntes Hesse-Siegel, worauf Polymerbitumenbahnen appliziert werden. Zuoberst wird Gussasphalt die Fahrbahn bilden. Leitungen oder Kabelstränge werden keine mehr in die Fahrbahn verlegt.

Bis Ende September

Moser rechnet damit, die Strasse über die neue Brücke bis Ende September wieder dem Verkehr resp. den Fussgängern übergeben zu können. Dann soll auch die provisorische Fussgängerbrücke abgebrochen werden.

Für die Arbeiten musste kein Privater Land abgeben. Die Abschnitte, welche verbreitert werden, sind alle im Besitz der Einwohnergemeinde. Das werde erst weiter unten der Fall sein, wo die Arbeiten betreffend Hochwasserverbauung Giglerbach weitergehen. Beispielsweise in den Abschnitten beim Bahnweg, wo man bereits mit privaten Landbesitzern handelseinig geworden sei, so der Bauverwalter. Diese Arbeiten beginnen in wenigen Wochen.