Bettlach
Nach Umsatzrückgang: Vorerst kein weiterer Ausbau bei Hänggi

Der Hänggi-Mutterkonzern Barnes Group musste 2015 einen Umsatzrückgang hinnehmen. In Zukunft will man in Bettlach auf Kunststoff setzen, ein Ausbau liegt nun aber auf Eis.

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Frühschicht im Barnes-Group-Werk in Bettlach. Andreas Toggweiler

Frühschicht im Barnes-Group-Werk in Bettlach. Andreas Toggweiler

Die amerikanische Mutterkonzern des Bettlacher Feinstanzunternehmens Hänggi, hat ihre Jahreszahlen veröffentlicht. Das Unternehmen musste 2015 einen Umsatzrückgang von 5 Prozent auf 1,194 Mrd. $ hinnehmen. Der Gewinn blieb mit 121 Mio. $ aber in etwa stabil.

Konzernleiter Patrick J. Dempsey zeigte sich an einer Telefonkonferenz ernüchtert, dass man die selbst gesetzten Erwartungen für 2015 nicht habe erfüllen können. Nach einem noch guten Jahresstart habe man vor allem im 2. Semester unter der global rückläufigen Konjunktur gelitten, begründete Dempsey den Dämpfer.

Es seien auch schon Massnahmen ergriffen worden, um die Effizienz zu verbessern. Diese Massnahmen sollen im laufenden Jahr schon spürbare Auswirkungen zeitigen. Bereits 2014 wurde ein Automobilzulieferbetrieb mit 50 Arbeitsplätzen in Michigan geschlossen. «2016 wird ein Übergangsjahr werden», so Dempsey.

Auf Kunststoff setzen

Vielversprechend scheine sich das Geschäft mit Kunststoffteilen zu entwickeln, auf das der Konzern vermehrt setzen will. Dazu wurde die zugehörige Technologie eingekauft und die italienische Firma Thermoplay mit 170 Angestellten in Aosta übernommen. Ferner übernommen wurde mit der Firma Priamus auch ein Schweizer Sensoren- und Komponentenhersteller aus Schaffhausen.

Über den Geschäftsgang der auf Stanz- und Feinschneidprodukte spezialisierten Barnes-Filiale Hänggi in Bettlach macht der lokale Firmensprecher Stephan Faller keine weiteren Angaben und verweist auf die letzte Woche in den USA veröffentlichten Konzernzahlen. Die Barnes Group ist eine börsenkotierte Firma. Er könne nur so viel sagen, dass man in Bettlach «operativ auf Kurs» sei.

Ausbau liegt auf Eis

Kein Thema mehr ist allerdings zurzeit der Ausbau der Fabrik. 2012 hatte Hänggi ein Baugesuch für eine Aufstockung des Betriebs publiziert. Die Rede war damals von bis zu 50 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Eine Umsetzung ist inzwischen unbenutzt verstrichen. Laut Faller ist ein neues Baugesuch zurzeit nicht absehbar. «Wir haben unsere Ziele mit betrieblichen Massnahmen erreichen können», sagt der Firmensprecher dazu.

Die Firma Hänggi Stanztechnik gehört seit 2006 zum amerikanischen Industriekonzern mit zurzeit 4700 Angestellten in 60 Ländern. (at.)