Wie jedes Jahr waren bereits eine halbe Stunde vor der offiziellen Türöffnung viele der Plätze belegt und Mamis, Gotten, Grossmütter und Tanten kümmerten sich um die letzten Finessen an den Kostümen, der Maske oder den wichtigen Utensilien, wie Schwerter, Säbel, Besen und was es eben für ein tolles Kostüm alles braucht.

Nach und nach füllte sich das Parktheater bis auf den letzten Platz, über 600 Eintritte waren auch dieses Jahr zu verzeichnen. Und kaum waren die Plätze besetzt, stürmten sie los, die Feen, Prinzessinnen, Hexen, Supermänner, Cowboys und Zauberer, alle fein herausgeputzt. Die Stars auf und vor der Bühne waren die Kinder. Und natürlich fehlten auch dieses Jahr die Konfetti nicht, die kiloweise unters «Volk» geworfen wurden. Regelrege Schlachten fanden statt, niemand wurde verschont. Alle vergnügten sich prächtig und man tollte wild im ganzen Parktheater umher. Der Lärmpegel machte jeder Guggenmusik Konkurrenz, aber das störte für einmal niemanden, denn hier durfte man sich so richtig austoben.

Wer keine eigenen Konfetti mitgebracht hatte, der sammelte sie einfach am Boden auf. Die Mädchen mit Schürzen hatten es da einfach, aber auch einige Cowboys benutzten ihre Hüte als Konfetti-Behälter. Und die besonders Schlauen organisierten Kisten oder Schachteln, um sich ihren Munitionsvorrat zu sichern.

Im Foyer konnte sich, wer Lust hatte, professionell schminken lassen. Ein Airbrush-Profi färbte auf Wunsch farbige Strähnen in die Haare oder verwandelte die Kinder in regelrechte Schönheiten.

Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt: Fabelwesen und Tiergestalten rannten Indianersquaws hinterher, Ritter präsentierten ihre Stoffrüstungen und Plastik-Schwerter, Cowboys «käpselten» mit ihren Revolvern umher, Hexen und Burgfräuleins stürmten gemeinsam durch den Saal, auf der Suche nach ihren Freundinnen und Freunden. Einzelne Erwachsene hatten sich ebenfalls kostümiert und geschminkt und traten gemeinsam mit ihren Kindern auf. So zum Beispiel Mutter und Tochter als Biene Maja, oder eine Magierin, die mit ihrer fast identisch kostümierten Tochter zu den heissen Rhythmen des DJ’s tanzte. Die meisten Erwachsenen begnügten sich damit, das Treiben von ihren Plätzen aus zu beobachten und sich bei einem Becher Mineral oder einem Cüpli zu unterhalten.

Im Saal sorgten die Schuelschwänzer und die Witijätter mit ihren schrägen Tönen für fasnächtliche Stimmung und Begeisterung.

Eine etwas zu gross geratene «Fee» hatte ihr Kostüm einem besonderen Umstand zu verdanken: Ober Thomas Meister erschien in einem weissen Kaftan, zusammen mit seiner als Prinzessin verkleideten Tochter. «Sie hat von mir verlangt, dass ich etwas anziehe, das zu ihr passt», meinte er zufrieden. Und tatsächlich, der Ober machte gar keine so schlechte Falle in dem fliessenden Gewand.