Grenchen

Nach der Bluttat steht das Grenchner Partylokal «Luxory» vor dem Aus

Maienstrasse Grenchen: Am 3. April wurde im Partylokal ein 22-Jähriger Türsteher erstochen.HERBERT LEHMANN/NEWSPICTURES

Maienstrasse Grenchen: Am 3. April wurde im Partylokal ein 22-Jähriger Türsteher erstochen.HERBERT LEHMANN/NEWSPICTURES

Die Fahndung nach dem möglichem Mörder des 22-jährigen Türstehers läuft auf Hochtouren. Für den Liegenschaftsbesitzer Ernst Müller steht derweil fest, dass die Rap- und House-Partys im «Luxory» Geschichte sind.

Am Sonntagmorgen wurde vor dem Partylokal Luxory an der Maienstrasse ein 22-jähriger Security-Mitarbeiter getötet. Der Deutsche soll erstochen worden sein, kurz nachdem es vor dem Klub zu einer Schlägerei gekommen war, als mehrere Personen plötzlich aufeinander losgingen.

Bis gestern blieb der Tatort gesperrt, ein Polizist hielt Schaulustige vom Gelände fern. Vor dem Eingang herrschte noch immer das Chaos, wie es in der Nacht auf Sonntag hinterlassen wurde, zerrissene Plakate, umgefallene Aschenbecher, herumliegender Abfall. Offenbar war die Spurensicherung bis zum Nachmittag noch nicht abgeschlossen. Die Täter sind flüchtig. Die Polizei hat mehrere Häuser nach möglichen Tätern durchsucht und bereits einige Personen befragt.

Rund 300 Leute tanzen an besagtem Abend im «Luxory» zu einem Hip-Hop-Konzert. Obwohl der Sicherheitsdienst laut Auskunft des Klubbetreibers seit Jahren derselbe ist, hatte der angegriffene Security-Mitarbeiter am Wochenende seinen ersten Einsatz im «Luxory».

Der Klubbetreiber, der lieber ungenannt bleiben will, erklärt: «Das alles tut uns sehr, sehr leid. Im Moment weiss ich leider noch nicht, was genau passiert ist.» Er wolle sich einen Anwalt nehmen. Die Tatwaffe werde von der Polizei gesucht. Im Klub sei es ausserdem zu Sachbeschädigungen gekommen. Man wolle prüfen, ob bei den Sicherheitsvorkehrungen oder dem Lokal als Ganzes Massnahmen nötig sind.

Keine Partys mehr bewilligen

Liegenschaftsbesitzer Ernst Müller ist schockiert. «Unvorstellbar, was da passiert ist.» Für ihn steht fest, dass die Rap- und House-Partys im «Luxory» Geschichte sind. Seine Frau ist die Patentinhaberin. «Solche Partys wird es keine mehr geben, wir werden sie nicht mehr bewilligen», sagt Müller.

Diese Partys seien ohnehin zu gefährlich, auch wenn sie im «Luxory» bisher nur alle ein, zwei Monate stattfanden. Nicht verbieten wird Müller allerdings die Hochzeiten, die ebenfalls im Festsaal des «Luxory» gefeiert werden und ein fester Bestandteil des Angebots der Klubbetreiber sind. «Ich hoffe einfach, dass die Polizei den Fall bald klärt», sagt Müller. «Ich will kein Getto hier.»

Als Gefahrenzone ist das «Luxory» nicht bekannt, wie Robert Gerber, Kommandant der Stadtpolizei, erklärt. In den letzten Jahren habe es keine grösseren Probleme gegeben, höchstens Lärmreklamationen oder kleinere Auseinandersetzungen. Gerber weiss ausserdem, dass es sich beim Sicherheitsdienst um keinen aus der nahen Region handelt. Die Kantonspolizei indes arbeitet auf Hochtouren daran, den oder die Täter ausfindig zu machen, wie Polizeisprecher Urs Eggenschwiler gestern erklärte. Die Polizei hat erneut einen Zeugenaufruf gestartet.

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