Grenchen

Nach Blitzeinschlag im Vollbrand: Ende September soll das Hotel Passage wiedereröffnen

Das brandversehrte Hotel Passage in Grenchen ist eine Baustelle. Eröffnung soll aber bereits Ende September sein.

Als das Hotel-Restaurant Passage am vergangenen 12. September nach einem Blitzschlag im Vollbrand stand, war bald klar, dass eine längere Schliessung bevorstand. Der Dachstock brannte total aus und das Löschwasser beschädigte das ganze Gebäude bis hinunter in den Keller. Schon damals äusserte Eigentümer und Hotelbetreiber Antonio Gonzales die Hoffnung, dass bis in einem Jahr das Gebäude wieder hergestellt werden kann.

Diese Hoffnung erweist sich als realistisch, auch wenn das Wetter zeitweise für Verzögerung sorgte, so beim Aufstellen der Dachabdeckung. «Wir rechnen mit einem Abschluss der Arbeiten bis Ende September», meint Architekt Franco Berrafato bei einem Lokaltermin auf der Baustelle.

Buchstäblich auf einer Baustelle

Beim Rundgang hat man zuerst Mühe, solchen Aussagen zu glauben, wenn man sieht, wie viele Arbeiten noch in vollem Gange sind. Die Redensart «es sieht aus wie auf einer Baustelle» kommt nicht von ungefähr und trifft zurzeit auf die oberen Stockwerke des «Passage» voll zu. Doch die Erfahrung zeigt ebenfalls: auch wenn es bis kurz vor Schluss chaotisch aussehen mag, am Ende geht es schnell.

Das Restaurant im Erdgeschoss ist bereits seit vergangenem Dezember wieder im Betrieb. «Es läuft soweit gut, auch wenn man den Umsatzrückgang auch im Restaurant aufgrund der fehlenden Hotelgäste in Betracht zieht», meint Gonzalez. Die Nachfrage nach Übernachtungen sei jedenfalls intakt und mache ihn zuversichtlich, dass seine Klientel, die er zurzeit an die anderen Hotels der Stadt verweisen muss, nach der Eröffnung zurückkehrt. Es sind in erster Linie Werktätige, Handwerker, Besucher von industriellen Kursen und Handlungsreisende. Das Hotel war in der Brandnacht ausgebucht.

Geringfügige Anpassungen am Grundriss

Das Hotel wird auch nach der Eröffnung 18 Zimmer haben, bei geringfügigen Anpassungen bei der Raumeinteilung. Im 2. Stock entstehen grössere Zimmer, dafür gibts im Dachgeschoss ein Zimmer mehr. Dort entstehen im Trockenbau neue Grundrisse und auch neue Nasszellen. Im Dachgeschoss wird der bisherige Raucherbalkon einem Zimmer zugeschlagen, statt Dachfenster gibts neu Lukarnen mit Fensterflügeln.

In den unteren Etagen werden die Zimmer lediglich renoviert. Am Standard werde nichts geändert. «Es wird zweckmässig, aber schön», freut sich Gonzalez.
Bereits eingebaut wurde der neue Lift und auch das Dach ist bald fertig. Das Gerüst dürfte noch im August abgebaut werden. Die meisten Stromleitungen sind verlegt, im Moment haben Gipser und Maler Hochbetrieb. Die Plakate am Baugerüst zeigen, dass lokale Anbieter berücksichtigt werden. «Die regionalen KMU sind meine Kunden», meinte Gonzalez dazu. Da sei es für ihn selbstverständlich, dass er die Arbeiten an einheimische Betriebe vergebe. Und falls Nachbesserungen nötig seien, sei man mit lokalen Handwerkern sowieso besser dran.

Brand im Hotel Passage in Grenchen

Brand im Hotel Passage in Grenchen

  

Besonderes Augenmerk auf den Brandschutz

Diese wollen vom Architekten gut dokumentiert sein, erläutert Berrafato anlässlich der spontanen Besprechung und breitet einen Plan aus. «Gerade beim Trockenbau ist es wichtig, dass die Handwerker genaue Angaben haben, wo sie beispielsweise einen Handtuchhalter befestigen können», erklärt er. Nämlich dort, wo hinter dem Plättli eine Holz- oder Stahlverstärkung ist und nicht Gips. Sonst hält das nicht lange.

Logischerweise hat man sich auch Gedanken gemacht hinsichtlich Brandschutz. Auch wenn das Hotel schon vorher alle Auflagen erfüllt hatte, seien verschiedene Neue von der Gebäudeversicherung dazugekommen, erklärt der Architekt. So werden beispielsweise neue Fluchtwege markiert und zusätzliche Brandschutztüren erstellt. Die neuen Türen ins Treppenhaus öffnen jetzt nach aussen. Und der Blitzableiter, der gehört jetzt auch dazu.

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