Grenchen

Nach acht Jahren ist Schluss: Das «Plausch»-Team sucht Verstärkung

Das Plausch-Team von links: Christian Suter, Jorge Tomas, Daniel Wisard (Leiter), Isabelle Kaufmann, Yannick Brändle, Richard Werlen und Edi Blaser.

Plauschteam

Das Plausch-Team von links: Christian Suter, Jorge Tomas, Daniel Wisard (Leiter), Isabelle Kaufmann, Yannick Brändle, Richard Werlen und Edi Blaser.

Ein siebenköpfiges Team um Daniel Wisard und Jorge Tomas hat in den letzten Jahren den Grenchner Vorfasnachts-Anlass «Plausch» im Parktheater organisiert. Nach dem 50-Jahre-Jubiläumsplausch vom kommenden Samstag wollen die beiden aufhören.

«Eigentlich war mal die Idee, dass wir den Plausch für fünf Jahre übernehmen. Jetzt sind daraus acht geworden», schaut Daniel Wisard zurück. Seine Amtszeit als verantwortlicher Leiter steckt also längst in der Verlängerung. Die Aussicht, noch den 50-Jahre-Jubiläumsplausch durchführen zu können, sorgte nochmals für Schub. Danach wird für Wisard und seinen Stellvertreter Jorge Thomas Schluss sein. «Jorge hat mich vor allem beim Ticketing und beim Administrativen enorm entlastet», berichtet Wisard anlässlich des traditionellen Auftakts des Ticketverkaufs am vergangenen Samstag im «Baracoa». Der Vorverkauf für den grossen Jubiläumsanlass mit verschiedenen «Special Guests» aus 50 Jahren Plausch-Geschichte habe verheissungsvoll begonnen, lassen die Verantwortlichen durchblicken.

Fasnacht schon von Kindesbeinen an

Wie hat Wisards persönliche Fasnachtsgeschichte begonnen? «Mein Vater war schon ein angefressener Fasnächtler und hat mich schon als Bub an verschiedene Anlässe mitgenommen», erinnert sich Wisard.
2002 sei er dann dank Rolf Dürrenmatt in die Lunazunft eingetreten. Schon vor der Zeit des Grenchner «Plausch» war er mit viel Elan bei den Machern des «Bettle Gwösch», das jeweils zum Fasnachtsauftakt in der Büelenhalle über die Bühne geht. Nach fünf Jahren sei er angefragt worden, ob er nicht in Grenchen beim «Plausch» mithelfen wolle. «Das war für mich natürlich eine grosse Ehre und eine tolle Herausforderung», berichtet Wisard, der in der Region Grenchen auch als DJ und Internetradiomacher bekannt ist. Das «Gwösch» war zu jener Zeit ein Geheimtipp der ländlichen Fasnacht. Der innovative Mix aus Sketch, Klamauk, Musik und Schnitzelbänken wurde angereichert durch Videoclips. Dieses Feature hat Wisard auch im Plausch eingeführt und dem leicht verstaubten Grenchner Anlass so neuen Schwung verliehen.

Die Themen kamen in der «Sonntagsrunde»

Wie kommen die Fasnächtler zu ihren Themen? «Das Plauschteam ist eigentlich die Sonntagsrunde einer Handvoll Freunde, die sich wöchentlich im Britannia-Pub trifft. Dort ist schon manche Fasnachtsidee geboren worden», erklärt der abtretende Plauschverantwortliche. Da habe man sich manche Sitzung sparen können. Auch in der Whatsapp-Gruppe könne man heute effizient diskutieren.
Er gehe auch davon aus, dass die weiteren Mitglieder im Plauschteam an Bord bleiben, sofern jemand dazustösst, der die Zügel übernimmt. Im Moment werde allerdings diese Person – oder am besten zwei Personen – noch gesucht. Notfalls müsste halt die Faschingszunft für eine Überbrückung sorgen.

«Es muss nicht alles gleich bleiben»

«Es ist ja nicht so, dass alles im gleichen Stil weitergehen muss. Die relativ aufwendigen Videos können auch eine Episode sein», meint Wisard. «Wichtig ist, dass jemand kommt, der neue Ideen hat und dem Plausch seinen persönlichen Stempel aufdrücken kann.» Eine Voraussetzung sei, dass man gut vernetzt sei, die Leute kenne und nebst Humor auch etwas Zeit habe. «Dann kommt es sicher gut», meint Wisard.

Ihm sei bewusst, dass sich die Fasnacht verändere und das sei auch gut so: «Neue Leute – neue Ideen, so muss das auch sein.» Selbstverständlich dürften sich auch Frauen angesprochen fühlen. Es fällt nämlich auf, dass Isabelle Kaufmann die einzige Frau im «Plausch-Team» ist.

An Traditionen festhalten

Ist die Fasnacht zu männlich dominiert? Wisard meint nein. «Die Frauen haben an der Fasnacht eigentlich eine hohe Sichtbarkeit, in manchen Gruppen sind sie sogar zahlreicher als die Männer.» Bei allem Wechsel sollte es aber auch Konstanten geben an der Fasnacht, meint er. «Traditionen, wie die Chesslete und die Umzüge, sollten erhalten bleiben. Sie bedeuten mir auch persönlich viel.» Jetzt, wo er von der vordersten Plausch-Front abtrete, sei es ihm aber vor allem auch ein Anliegen zu danken, «bei allen, welche uns in den letzten acht Jahren unterstützt haben – sei es als Darsteller auf der Bühne, als Zuschauer, oder als Helfer hinter der Bühne».

Hinweis
50 Jahre Plausch am kommenden Samstag um 20 Uhr im Parktheater. Türöffnung und Abendkasse ab 19 Uhr, Vorverkauf im Restaurant Baracoa (Tickets von 10–30 Franken)

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