Grenchen
Nach 1,5 Jahren zieht die Stadtbaumeisterin weiter

Stadtbaumeisterin Drazenka Dragila-Salis hatte am Freitag ihren letzten Arbeitstag. Sie zieht nach kaum eineinhalb Jahren in Grenchen weiter nach Winterthur.

Andreas Toggweiler
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Drazenka Dragila

Drazenka Dragila

Hanspeter Bärtschi

Dragila wird Immobilienverantwortliche am Kantonsspital Winterthur, wie sie gestern am Rande ihres Abschiedsapéros im Grenchner Hof bekannt gab. Wie an solchen Veranstaltungen üblich, hört man zahlreiche Worte des Dankes von allen Seiten. So von Personalchefin Esther Müller, welche den Stadtpräsidenten vertrat, und von Architekt und SP-Gemeinderat Remo Bill, der bedauerte, dass mit Dragilas Abgang künftig Architektur-Kompetenz auf der Baudirektion fehle. Auch SVP-Gemeinderat Ivo von Büren outete sich als «Dragila-Fan» und bedauerte ihren Weggang. Auch wenn man nicht immer gleicher Meinung gewesen sei, so habe er doch geschätzt, dass sie ihre Ansichten stets klar vertreten habe.

Dragila ging bei ihrer Abschiedsansprache bis zu ihrer Jugendzeit im damaligen Jugoslawien zurück und schilderte danach die Stationen ihrer beruflichen Laufbahn: Helvetia Versicherungen, Kanton Zürich (Amtschefin), ETH-Immobilienverantwortliche, Berner Kantonsbaumeisterin, Grenchner Stadt- baumeisterin.

Leben als Ballonfahrt

In Grenchen sei es ihr gelungen, in einer (schon länger dauernden) Transformationssituation wichtige Dossiers voranzutreiben: diverse Landgeschäfte, Wärmeverbund Schulhaus/Parktheater, Bahnhof Süd-Areal, Ortsplanungsrevision. Auch sei es gelungen, die «feindliche Beziehung zwischen SWG und Baudirektion» zu entkrampfen, wie sie sagte. «Wenn jemand das alles ermöglicht hat, dann nicht zuletzt ihr als meine Mitarbeitenden», leitete sie die empfangenen Lorbeeren weiter. Dragila verglich das Leben mit einer Ballonfahrt: «Man weiss, woher man kommt, aber nicht, wohin es geht.

Die Pendlerei zwischen Baden (Wohnort) und Grenchen sei zwar schon anstrengend gewesen, aber nicht der Kündigungsgrund, sagte Dragila im direkten Gespräch. Auch sei es keineswegs so, dass ihr die politische Unterstützung gefehlt habe. Diese sei – soweit das Fachwissen genügte – vorhanden gewesen. Als mühsam habe sie aber die (zu) langsam mahlenden Mühlen im Hôtel de Ville empfunden. Allzu viele Projekte sind aus ihrer Sicht dort versandet. Das Warten auf bestimmte Vorlagen und Entscheide habe sie als zermürbend empfunden.

Dragilas Nachfolger, der Bettlacher Aquil Briggen, wird seine Stelle am 1. September antreten.