Girardsaal Bachtelen
Musikerduo überzeugte mit seiner Kombination aus Jazz und Barock

Silvan Bolle und Bruno Schaad begeisterten das Publikum im Girdsaal Bachtelen. Auf dem Programm standen Stücke aus Barock und Jazz. Was die Kompositionen gemeinsam hatten, waren die eingearbeiteten Melodien von Johann Sebastian Bach.

Nadine Schmid
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Silvan Bolle (links) am Vibrafon und Bruno Schaad am Kontrabass spielten im Girardsaal Bachtelen.

Silvan Bolle (links) am Vibrafon und Bruno Schaad am Kontrabass spielten im Girardsaal Bachtelen.

Nadine Schmid

Sanfte, perlende Klänge füllen den Girardsaal im Bachtelen. Silvan Bolle (Vibraphon) und Bruno Schaad (Kontrabass) führen das erste Stück, zusammengesetzt aus dem «Menuet I» und dem «Menuet II» des Notenbüchleins für Anna Magdalena auf.

Dabei spielen sie die beiden Kompositionen von Johann Sebastian Bach in umgekehrter Reihenfolge, um von der friedlichen Moll-Melodie in die lebhaften und schnellen Dur-Klänge überzugehen.

Bolle, der die Melodie spielt, hält vier Schlaghölzer in der Hand, mit denen er die glockenähnlichen Töne erzeugt. Schaad zupft die Saiten und bringt sie zum Schwingen.

Bach als Thema

Konzentriert und mit viel Feingefühl spielte das Musikerduo die Stücke und begeisterte mit ausgezeichneter Improvisation. Die meist hohen Klänge des Vibrafons, und die tiefen Töne des Kontrabass' harmonierten perfekt, ergänzten und untermalten einander.

Auf dem Programm standen Stücke aus dem Barock und dem Jazz. So spielten sie unter anderem Oliver Nelsons «Stolen Moments», Ausschnitte aus Bachs «Matthäus-Passion» und «Stella by Starlight» von Victor Young. Die Musik hatte etwas Meditatives, doch schnellere Passagen verleiteten dazu, zum Takt mitzuwippen.

In allen Stücken ausser in «Midnight Star» (David Friedman) bauten die Musiker Melodien aus Bachkompositionen ein. «Für die Auswahl einer Bachmelodie war entscheidend, dass die Tonart mit dem Stück übereinstimmt und der Rhythmus passt», erklärt das Duo.

Das Stück «Trance» (Friedman) war nur für Vibrafon komponiert, sodass die zwei Musiker den Bass dazuerfanden. Bei diesem Stück entstand durch die vielen Sechzehntelnoten ein schnelles, rhythmisches Tempo.

Doch Bolle erzeugte nicht nur mit Schlägen Klänge: Bei «Midnight Stars» rieb er mit den Hölzern über die Oberfläche der Vibrafontasten, sodass man durch die schwingenden Töne das Gefühl hatte, über sich den Sternenhimmel zu sehen.

Bolle und Schaad spielen seit 2005 zusammen im Duo. Als ausgebildete Musiker engagieren sie sich in verschiedenen Formationen des Musikmetiers. In einem auch zusammen: Sie gehören zur Band «Les Rubis», die beim letzten Grenchner Freilichtspiel «Uhregrübler» die Musik komponierte und spielte.

Der Anlass fand bei den rund vierzig Zuschauern grossen Gefallen, die konzentriert und wachsam dem einstündigen Konzert lauschten. Mit heftigem Applaus zwischen den Stücken zeigten sie ihre Begeisterung und ergatterten sich am Ende eine Zugabe: Auch dieser gespielte Blues von Oliver Nelson enthielt eine Bachmelodie: nämlich die des Präludiums in C-Dur.