Bettlach
Musikalisches Dorffest in «Ugradingä»

Die Kinderpopband KarTon zeigte am Sonntagnachmittag ein witziges Bühnenprogramm mit fetzigen Kinderliedern. Besonders aussergewöhnlich war der Schluss des Events – innert wenigen Minuten hat das Publikum die Bühne fast leergeräumt.

lea reimann
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Gross und Klein wurden zum Mitmachen animiert und amüsierten sich prächtig. lrb

Gross und Klein wurden zum Mitmachen animiert und amüsierten sich prächtig. lrb

Solothurner Zeitung

Ein rosaroter Pilz mit Haustür, ein gelber Wohnwagen, ein Hochhaus mit Veloräumchen oder sogar eine Burg - die farbenfrohen Häuserfassaden auf der Bühne der Mehrzweckhalle Büelen zeigen das Dorf «Ugradingä». Darin leben lauter schräge Bewohner, gespielt von der Kinderpopband KarTon. Sie sorgten am Sonntagnachmittag für Begeisterung bei den Zuschauern.

Vielseitiges Repertoire

In ihren Liedern erzählen sie von Kindern, Tieren, Abenteuern und schrägen Gestalten. So etwa vom Menschenfresser, der im blauen Hochhaus zu Hause ist und sich schliesslich als Lift entpuppt, oder aber vom Piraten, der überhaupt nicht gerne Fruchtsalat isst. Auch von der «Blöffertante» Lena und von Mamis Freundin, die zu viel redet, ist in den witzigen Songs die Rede. Das Sextett überzeugte aber nicht nur mit fantasievollen Texten im urchigen Obwaldner Dialekt, sondern auch mit eingängigen Melodien und einem vielseitigen musikalischen Repertoire. Die Band nahm die Kinder mit auf eine musikalische Reise, die von Pop und Rock bis zu Country und Reggae führte.

Mitmachen ist bei KarTon nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Dementsprechend fand die Gruppe den Draht zu den Kindern schnell. Zwar sassen diese zu Beginn noch etwas schüchtern auf den Bänken und Matten vor der Bühne, kamen dann aber sehr schnell in Fahrt, tanzten begeistert mit und gaben amüsante Antworten auf Fragen der Sängerinnen.

Organisiert wurde das Konzert vom Familienverein Bettlach, der seit fünf Jahren jedes Jahr ein Kinderkonzert lanciert. Ebenfalls sehr beliebt waren das vorgängige Kuchenbuffet sowie das anschliessende Risotto. Einzig der grosse Andrang blieb aus. «Wir hätten uns natürlich noch mehr Publikum gewünscht», sagte Andrea Stricker, Präsidentin des Familienvereins.

Bleibende Erinnerung

Zum Schluss des Konzerts erklärte Kathrin Müller, eine der beiden Sängerinnen: «Durch das heutige Konzert verschwindet ‹Ugradingä› von der Landschaft.» Die Band habe das 2006 erschienene Programm nun zum letzten Mal gespielt und werde demnächst mit etwas Neuem auf der Bühne stehen. «Unsere Häuser hier werden alle entsorgt, wer also noch etwas brauchen kann, soll sich doch bitte melden», sagte sie spontan. Dies liess sich das Publikum nicht zwei Mal sagen und so war die Bühne wenige Minuten nach Konzertende leergeräumt.

Während die Bandmitglieder die farbigen Häuserfassaden aus Karton von der Bühne hievten und den neuen Besitzern übergaben, wurden draussen bereits die ersten sperrigen Bühnenelemente auf Skiträgern und in Kofferräumen in Sicherheit gebracht. Wer kein Element mehr ergatterte, wird wohl dennoch nicht allzu enttäuscht gewesen sein - der Enthusiasmus der Band trug dazu bei, dass das Konzert für alle eine bleibende Erinnerung sein wird.