Grenchen
Munter sprudelnde Parkingmeter

Ursprünglich gedacht, um im «ruhenden Verkehr» Ordnung schaffen zu können, erweisen sich die Parkgebühren als sichere und munter fliessende Einnahmequelle. Neu sollen die «Überschüsse» direkt in die Stadtkasse fliessen.

Rainer W. Walter
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Die Parkuhren wurden weitgehend durch moderne Automaten ersetzt.

Die Parkuhren wurden weitgehend durch moderne Automaten ersetzt.

Oliver Menge

Vor einem guten halben Jahrhundert gab es in Grenchen keine Bestimmungen zum «Ruhenden Strassenverkehr»; man stellte sein Auto ab, wo es gerade gut ging. Beliebt dabei war der Marktplatz. Willy Hug, Chef der Stadtpolizei, führte die «Blaue Zone» ein. Diese bewährte sich, bis viele Langzeitparkierer das Nachstellen der Drehscheiben meisterhaft beherrschten.

Gold in der «Hug-Lilie»

Auf dem von der Gemeinde auch heute noch eingemieteten Parkplatz nördlich der Post errichtete die Stadtpolizei die ersten einbeinigen Parkuhren, die in der Bevölkerung liebevoll «Hug-Lilien» genannt wurden. An der Gemeindeversammlung versicherte der Gemeinderat den Automobilisten, dass der Reinertrag aus diesen Parkuhren stets und immer für die Beschaffung neuer Parkplätze verwendet würde. Man schuf die «Spezialfinanzierung zur Beschaffung von zusätzlichem Parkraum».

Inzwischen erwiesen sich die Parkautomaten als sichere und stets munter sprudelnde Einnahmequelle. Hier einige Zahlen: Die Einnahmen aus den Parkingmetern betrugen im letzten Jahr 671'790 Franken. In diesem Betrag sind auch die 33'500 Franken enthalten, die im Parkhaus der Migros eingenommen wurden.

Von diesen 671'790 Franken erhielt die Securitas für ihre Dienstleistungen im Überwachungsdienst 26'400 Franken, die Löhne der Stadtarbeiter bezifferten sich auf 36'700 Franken. Rund 75'000 Franken wurden für die Miete von Parkplätzen und die Pacht der Migros-Parkplätze ausgelegt.

Interessant sind die «Internen Verrechnungen». Diese belaufen sich auf 187'000 Franken oder auf rund 28 Prozent der Einnahmen. Zu den internen Verrechnungen gehört etwa jene Summe von 143'500 Franken. Genau dieser Betrag geht seit Jahren an die Rechnung der Stadtpolizei. Schliesslich werden hier 24'000 Franken für interne Zinsen verrechnet. Auf diese Weise trugen die Parkgebühren bereits in den letzten Jahren zur Verbesserung des Rechnungsergebnisses der Verwaltung bei.

Nach Abzug aller Unkosten bleiben 315'000 Franken oder rund die Hälfte der Einnahmen aus den munter sprudelnden Parkingmetern, welche der Spezialfinanzierung zugewiesen wird. Hier befinden sich nun 1,452 Millionen Franken, reserviert für die Schaffung neuen Parkraums. Diese Reserve bleibt stehen, auch wenn in Zukunft die Einnahmen aus den Parkgebühren direkt in die Stadtkasse fliessen.