Oberwil

Mühlentag: Unermüdlich drehen die Wasserräder

Der nationale Anlss ermöglicht Einblicke in die uralte Technik zu Nutzung der Wasserkraft in Büren und Oberwil. Voller «Gwunder» bestaunen kleine und grosse Besucher und Besucherinnen die bewährte uralte Technik.

Vor 77 Jahren hat Arnold Sutter den Mühlebetrieb in der Bürener Mühle eingestellt. Seitdem verlotterten die Gebäude, das Haupthaus musste aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Es ist der Stiftung Bendicht Moser zu verdanken, dass die Mühle nicht gänzlich zerfiel. Die Stiftung hat sich der Erhaltung von Kulturgütern und Zeugen alter Handwerkskunst verschrieben. In den 60er-Jahren wurde das Mühlestöckli renoviert, 1994 nahm die Stiftung die Renovation der Mühle in Angriff.

Dies ist vorab das Verdienst von Werner Kunz, den eines Tages, als er an der Mühle vorbeijoggte, die Idee überfiel, die Mühle aus dem 17. Jahrhundert wieder instand zu setzen und funktionstüchtig zu machen. Mit viel Engagement renovierte er zusammen mit dem Mühleteam das Gebäude und brachte das Mahlwerk wieder in Gang. So präsentierte sich die Anlage am Samstag zum 13. Schweizer Mühlentag von ihrer besten Seite.

Betrieb zu Showzwecken

Voller «Gwunder» bestaunen kleine und grosse Besucher und Besucherinnen die bewährte uralte Technik. An der Fassade dreht das mächtige Rad mit sechs Metern Durchmesser, angetrieben vom Wasser des Mühleweihers. Im Innern kreisen die Mahlsteine und klappert das Schüttelsieb, welches Mehl verschiedener Mahlstufen aussortiert. Die Mühle wird jedoch nur bei speziellen Anlässen zu Showzwecken in Betrieb genommen. Im idyllischen Garten bewirteten das Mühleteam und Tourismus Büren die Gäste mit Grilladen und herrlich duftendem «Risi-Pisi», gekocht auf dem währschaften Holzherd des Mühlestöcklis.

Seit je produktiv

Hat die Mühle in Büren Liebhaberwert und Museums-Charakter, steht hinter derjenigen in Oberwil eine ganz andere Motivation. Seit 1792 ist sie im Besitz der Familie Otti, die sie als Kundenmühle betreibt. Jahraus, jahrein dreht das Wasserrad und liefert die Energie zur Mehlproduktion.

Bauern aus der Umgebung bringen Weizen, Dinkel oder Roggen und holen das Erzeugnis in gleicher Menge ab. Biobauern kommen auch von weiter weg, gar aus dem französischen Jura, und lassen ihr Getreide aus Bio-Anbau mahlen. «Jährlich werden etwa 60 bis 65 Tonnen Getreide verarbeitet», erklärte Müller Eduard Otti, Bruder des Hof- und Mühlenbesitzers. Im Innern des 400 Jahre alten Gebäudes führen steile Holztreppen bis unters Dach und geben Einblick in den komplizieren Mechanismus des Getriebes. Unzählige Riemen in allen Längen und Breiten surren und rattern und übersetzten die Kraft des imposanten Wasserrades, das fünf Meter im Durchmesser misst.

Die Familie Otti wartete zum Mühlentag mit einigen Attraktionen auf. Papierschiffli fuhren auf dem Mühlebach um die Wette. Auf dem Pferdewagen konnte man sich durchs Dorf kutschieren lassen. Bio-Mehle und -Brote, Honig oder Käse gab es im Hofladen zu kaufen.

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