Wasserräder drehen sich seit Jahrhunderten. In den industriealisierten Regionen haben Wasserräder heute kaum noch wirtschaftliche Bedeutung. Früher wurde diese mechanische Energie in den Mühlen genützt. Die Wasserkraft gehörte damit zu den regenerativen Energien. Doch die nostalgische Vorstellung vieler Menschen, dass der Müller heute noch in einer Wind- oder Wassermühle arbeitet, entbehrt jeder Realität. Sicherlich gibt es heute noch solche Mühlen, die eher in Form eines Museums weiter geführt werden, wie die Alte Mühle in Büren an der Aare. Denn Mühlen sind in der Vielfalt ihrer Erscheinungsformen und Funktionen ein Zeugnis des menschlichen Erfindungsgeistes.

Die Wasserkraft der Wildbäche wurde in Büren an der Aare bereits seit dem Jahr 1269 genutzt. Die heute noch bestehende Mühle mit dem oberschlächtigen Wasserrad aus Holz und einem Durchmesser von 6 Meter stammt aus dem 17. Jahrhundert und war bis 1936 in Betrieb, bis der damalige Müllermeister Arnold Sutter den Mühlebetrieb einstellte. Bereits 1941 musste die verlotterte Hauptmühle aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden.

Doch 1942, mitten in den Wirren des Zweiten Weltkrieges hatte sich in Büren eine Gruppe Idealisten zusammengefunden, die sich trotz, oder vielleicht gerade wegen der Zerstörungswut, die damals in unseren Nachbarländern herrschte zu Ziel gesetzt, Kulturgüter und Zeugen alter Handwerkskunst zu sammeln und zu bewahren. In den Augen dieser Idealisten war die Alte Mühle ein Projekt dass unbedingt erhalten werden musste. 1943 wurde bereits die Benedicht Moser Stiftung gegründet.

Noch im Gründungsjahr erwarb die Stiftung die Liegenschaft der Alten Mühle. Unter vielen Anstrengen gelang es dem Verein für Heimatpflege die Gebäulichkeiten in Stand zu halten. Das restaurierte Stöckli war für den Stiftungsrat Anlass sich auch mit der Renovation der Mühle selbst zu wagen. Unter der Ägide der Obmänner Alfred Steiner und Ueli Gribi konnte dieses Werk 1994 schliesslich abgeschlossen werden.

Es ist vor allem auch das Verdienst des Mühleteams um Werner Kunz, das mit viel Engagement die Liegenschaft renoviert, das Mahlwerk wieder hergerichtet, und in den letzten Jahren vorbildlich gepflegt und unterhalten hat. Natürlich wurde am Mühlentag 2012 die Alte Mühle wieder in Betrieb genommen und Werner Kunz schlüpfte in die Rolle des Müllers. Er erklärte den Besuchern die Technik des Mühlenradantriebes durch das Wasser und die Nutzung der gewonnenen Bewegungsenergie. Ehemals gab es zwei Mahlgänge, doch am Mühlentag 2012 gabs nur einen Mahlgang, weil die Mühlsteine doch ziemlich abgelaufen sind, wie Walter Kunz erklärte. Heute ist die Alte Mühle wieder zu einem Gütezeichen und idyllischen Ort des Aarestettli. Das ideale Wetter und der Garten zwischen Mühle und Stöckli bot eine besondere Ambiente am Mühlentag 2012.