Ein Buch, in welches es sich trefflich eintauchen lässt, das bekannte Seiten des Künstlers aufzeigt, in welchem man aber auch weniger bekannte Aspekte entdecken kann. Peter Travaglini als Plastiker oder Grafiker dürfte vielen ein Begriff sein, erreichte er doch dadurch auch internationales Ansehen, im nun erschienen Werk wird aber auch der Maler gewürdigt.

Peter Killer, der zusammen mit Flavia Travaglini und Lukas Maerki verantwortlich zeichnet für die Monografie, beschrieb es in seiner inspirierenden Ansprache so: «Ein Kunstbuch, ein Buch über einen Künstler, ist mehr als die Summe zusammengebundener Doppelseiten, es ist Daumenkino. Von Seite zu Seite blätternd muss sich ein stimmiger Film ergeben.»

Bei der Erstellung des Buches sei es hilfreich gewesen, dass Peter Travaglini Arbeitsprozesse und Resultate akribisch dokumentiert und archiviert habe. Diese Tatsache führte auch dazu, dass das einstige Buchkonzept sich immer wieder veränderte: «Wohl gegen dreissig Mal traf ich Flavia und Lukas im einstigen Atelier Peter Travaglinis in Büren oder in ihrem Atelier in Pieterlen. Vermutlich gab es kein Zusammentreffen, bei dem wir vorher getroffene Entscheidungen nicht korrigierten, revidierten. Das ist nicht mühsam, das ist abenteuerlich, belebend, lustig, lustvoll. Uns ist nicht nur die Liebe zum Werk Travaglinis gemeinsam, sondern auch die Überzeugung, dass das Gute der Feind des Besseren sei», bemerkte dazu der langjährige Kurator des Kunstmuseums Olten, den einige auch noch als Künstlerischen Leiter der Triennale 1994 in Erinnerung haben dürften.

Und eigentlich sei immer auch Peter Travaglini mit seiner markigen Art präsent gewesen. Der «inspirierte Chrampfer» hat sich neben seiner eigentlichen Arbeit oft auch öffentlich eingemischt. So setzte er sich schon früh für ein Grenchner Kunsthaus ein und amtete nach dessen Erstellung als Vizepräsident der Stiftung. Seine Meinung vertrat er kompromisslos und mit Vehemenz. War eine «Schlacht» jedoch einmal geschlagen, blieb nichts hängen, eine getroffene Entscheidung unterstützte er loyal. Ein grosszügiger Biografie-Teil bringt dem Leser denn auch das Leben und die Eigenarten dieser unverwechselbaren Persönlichkeit näher.

In Grenchen allgegenwärtig

Peter Travaglini sagte einmal, dass er Kunst für die Menschen mache. Und gerade in Grenchen ist einiges fassbar von ihm, ja seine Werke sind beinahe allgegenwärtig, auch wenn nicht jeder Einheimische, der mit einem Travaglini in Berührung kommt, diesen auch als solchen erkennt. Hunderte Kinder begegnen seiner Kette im Haldenschulhaus täglich. Manch einer wird sich vor der Migros schon auf einen «Travaglini» gesetzt haben, ohne dies wirklich zu registrieren.

Weitere Werke findet man im Alterszentrum Kastels, bei der Kläranlage, beim Schützenhaus Grenchen-Bettlach, in der katholischen und bei der reformierten Kirche, im Restaurant Feldschlösschen, natürlich beim Kunsthaus oder beim BBZ. Bekannt dürfte auch der Regenbrunnen im Stadtpark sein und die monumentale Bronzeplastik «Die Entblössung der behüteten Zeit» vor dem ETA-Hauptgebäude. Selbst die hat neben dem künstlerischen Ausdruck auch einen praktischen Nutzen: Im Sockelinnern sind nämlich drei Abluftrohre «versteckt».

Das Buch über Leben und Werk von Peter Travaglini mit Beiträgen von Peter Killer, Heini Bürkli, Claudine Metzger, Hanspeter Rentsch, Markus Raetz und Franz-Josef Sladeczek kann im Kunsthaus oder direkt unter www.petertravaglini.ch erstanden werden.