Inzwischen gibt es ja für fast alles eine App, und auch wir Grenchner setzen sie ein. Sie können sehr praktisch sein, teilweise aber auch frei von jedem Sinn. So verrät beispielsweise eine Mode-Style-App, welche Kleidungsstücke zu einem passen, wunderbar, denn ein Computer weiss sicher besser Bescheid als man selbst.

Und wussten Sie, dass es diverse «Donald Trump»-Apps gibt? Eine Sorte gibt berühmt-berüchtigte Zitate des mächtigsten Mannes der Welt zum Besten. Als hätten wir nicht schon oft genug seine Stimme poltern hören und als wüssten wir nicht, dass wir ihn nun noch sicher vier Jahre hören oder twittern sehen werden; dadurch können wir Trumps Stimme für praktisch jede Situation verwenden, sodass wir ihn auch dort hören können, wo wir glauben, Trump-freie Minuten geniessen zu dürfen. Wofür sich das brauchen lässt? Keine Ahnung. Vielleicht ist es dafür gedacht, sein Gegenüber zum Schweigen zu bringen. «We will build a wall!» können wir unser Handy als Trump antworten lassen, aber auch «wrong», «too much talk» und so treffende Antworten wie «four» und «9'240'000'000» gehören zum Repertoire. Wir können so oft auf den Bildschirm drücken, bis der Gesprächspartner das Weite sucht, wenn das unser Ziel ist. Aber wenn schon eine App, um auf ärgerliche Situationen zu reagieren, dann doch lieber der Schimpfwort-Mixer, denn so muss man wenigstens den amerikanischen Präsidenten nicht mit sich herumtragen.

Vielleicht werden wir so einen Schimpfwort-Mixer nach den Wahlen von diesem Wochenende brauchen, wenn wir feststellen, dass Grenchen immer noch untervertreten im Kantonsrat wäre. Vielleicht ist aber auch jubeln angesagt. Hoffen wir auf Letzteres.

Schimpfwörter konnte man ja in den letzten Tagen mehrmals murmeln. Zum Beispiel wegen der Ermordungen, über die berichtet wurde, der Krawalle in Bern und des angehaltenen Extrazugs der FCB-Fans, die ungestraft davonkommen werden. Und ebenso lässt sich über die Mini-Dröhnchen den Kopf schütteln, die unsere Bienen ersetzen könnten, japanische Forscher arbeiten dran. Stellen Sie sich vor, Sie machen es sich im Stadtpark gemütlich und statt der herzigen, summenden Insekten schwirren klitzekleine Roboter durch die Luft. Natürlich würde man so immerhin die Artenvielfalt der Blumen sichern, aber könnte man nicht erst versuchen, das Tier zu retten? Ja, wo sind wir nur hingelangt in dieser Welt? Das lässt sich heute leider oft fragen.

Und auch wenn es schon eine Weile her ist, schüttle ich immer noch den Kopf darüber, wie die Pächter des Parktheaters dem Kindernarr Steine in den Weg legten. Statt gegeneinander sollten wir engagiert und hilfsbereit miteinander agieren, einander etwas Gutes tun! Im heutigen individualistischen Denken geht das leider immer mehr verloren. So können wir in unserem Alltag nur versuchen, gleich den Solothurner Fasnächtlern durch Hilfsbereitschaft ein Zeichen zu setzen.