Die Firma Rolla Microgear AG im City Nord an der Arnold Baumgartner-Strasse ist ein Nischenplayer spezialisiert auf Mikroverzahnung. Die 19 Mitarbeitenden liefern winzige Zahnräder an Abnehmer, die so verschieden sind wie Raumfahrt, Optik, Maschinenbau und Medizinaltechnik. Eben hat das Unternehmen seinen 20. Geburtstag gefeiert und einen Lieferanten im Berner Jura aufgekauft.
«Wir sind auf Wachstumskurs», sagt Geschäftsführer Philippe Nicotera. Unter der Krise habe Rolla Microgear weniger gelitten als andere Hersteller von Kleinteilen, weil die hauptsächlich betroffene Autoindustrie nicht zum Kundenstamm gehört. Ein Glücksfall, wie sich im Rückblick zeigt.

Beliefert wird im Transportsektor hingegen die Luftfahrtindustrie. «Gemerkt haben wir die Krise schon. Aber wir haben keine roten Zahlen geschrieben und alle unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen behalten», erklärt Nicotera. «Ab Oktober des letzten Jahres ging es schon wieder deutlich aufwärts.» Zum Umsatz will der Geschäftsführer keine Angaben machen. «Uns geht es sehr gut, wir sind eigenfinanziert», ist alles, was er zur Kapitalbasis sagt.

Fertigung im mehreren Schritten

Rolla Microgear gehört seit zwei Jahren zur deutschen Faulhaber Gruppe mit Sitz in Schönaich (Stuttgart). «Innerhalb der Gruppe sind wir ein absoluter Nischenplayer», erklärt Nicotera. Mehr als zehn Millionen von Zahnrädern aus diversen Metallen und Legierungen liefert seine Firma jährlich in die ganze Welt, an Abnehmer innerhalb und ausserhalb der Faulhaber Gruppe.

Die Zahnräder haben einen Durchmesser von anderthalb Millimetern bis zwei Zentimetern. Sie werden in mehreren Arbeitsschritten gefräst, gebohrt, vernietet und gepresst. Die CNC-Maschinen laufen nach Angabe des Geschäftsführers rund um die Uhr, nachts in Geisterschicht. Eingebaut werden die durchwegs rostfreien Zahnräder in Getriebe, zum Beispiel in Insulinpumpen und Uhren. Von der Entwicklung nach Vorgaben der Kunden, über die Produktion und Qualitätskontrolle bis zum Versand ist alles unter einem Dach. Seit der Gründung im September 1990 ist der Kleinbetrieb in der einstigen Uhrenfabrik im City Nord eingemietet. Die Wurzeln der Firma reichen bis in die 1950er Jahre zurück.

Auch Uhrenfirmen wieder beliefert

Aufgrund der Uhrenkrise der 1970er und 80er Jahre ist es verständlich, warum die Vorgängerfirma (Grenchner Atelier für Uhrentriebe und Uhrenräder), aus der sie vor Jahren entstanden ist, die schwächelnde Branche aus dem Kundenstamm verbannt hat. Inzwischen sind die Vorzeichen ganz andere, und so habe Rolla Microgear letztes Jahr wieder erste Lieferverträge mit Uhrenfirmen abgeschlossen, wie Nicotera erläutert. In der erfreulichen Entwicklung der Uhrenbranche seither sieht er diese Entscheidung bestätigt.

Um gegen künftige Turbulenzen des Weltmarkts gewappnet zu sein, setzt Rolla Microgear gemäss Ausführung von Nicotera hauptsächlich auf zwei Dinge: Qualität und den breit gefächerten Kundenstamm. «Wir produzieren die höchste Qualitätsstufe, die mit der Frästechnik zu erreichen ist. Was noch feiner ist, muss geschliffen werden.»