Grenchner Opernsängerin
«Mit meinem Gesang will ich die Menschen berühren»

Seit ihrer Kindheit hatte Gesang bei Amelia Scicolone eine grosse Bedeutung, was als Hobby begann, wird nun zu ihrem Beruf. Ihrem Traum, Opernsängerin zu werden, kommt sie durch die Bewerbung beim Basler Theater «OperAvenir» ein Stück näher.

Nadine Schmid
Merken
Drucken
Teilen
Amelia Scicolone strebt eine grosse Karriere als Opernsängerin an.

Amelia Scicolone strebt eine grosse Karriere als Opernsängerin an.

nsg

Für Amelia ist Musik ein zentraler Lebensinhalt. Neben ihrem eigenen Gesang in der Stimmlage Sopran unterrichtet sie an der Musikschule Grenchen und leitet verschiedene Chöre. An der Hochschule für Musik in Basel hat sie den Bachelor und den Master erreicht - doch diese Abschlüsse genügen ihr nicht. Sie strebt weiter danach, ihre Fähigkeiten zu erweitern und Karriere zu machen.

Ihrem Traum, Opernsängerin zu werden, kommt sie nun durch die Bewerbung bei dem Basler Theater «OperAvenir», welches junge, talentierte Opernsänger und Opernsängerinnen fördert, ein Stück näher. Amelia schaffte es trotz starker und zahlreicher Konkurrenz bis in die Endrunde des international bekannten Theaters und wartet nun auf die weitere Auswahl. Lediglich vier Plätze werden jährlich vergeben. Ihr Ziel hat sie dabei immer fest vor Augen. Doch das war nicht immer so.

Von Pop zu Klassik

Amelia ist in Grenchen geboren, lebte jedoch für einige Jahre in Italien, ehe sie als achtjähriges Mädchen mit ihren Eltern wieder in die Schweiz zurückkehrte. Die Zeit im Ausland merkt man ihrem perfekten Schweizerdialekt allerdings nicht an.

Zu ihren liebsten Stücken zählten in ihrer Jugend Lieder von Whitney Houston. Zu Hause verbrachte sie Stunden damit, vor dem CD-Player zu singen. Ebenso war sie Mitglied diverser Chöre und spielte Klavier an der Grenchner Musikschule. Aufgrund ihres Musikinteresses ist es nicht weiter verwunderlich, dass Amelia auch die Kantonsschule Solothurn mit dem Schwerpunkt Musik abschloss.

In dieser Zeit wuchs ihr Interesse für klassische Musik. Und sie begann, ihr erstes Geld mit Musizieren zu verdienen. «Wir waren eine sehr gute Schulklasse», erzählt sie mit einem Lächeln: «Immer wieder gingen wir auf die Strassen von Solothurn und sangen als Chor.» Das so gewonnene Geld spendeten sie Hilfsorganisationen.

Die Faszination des Operngesangs

Das Interesse am Operngesang wuchs im Verlauf des Studiums an der Hochschule für Musik. An der Oper fasziniert Amelia vor allem, dass man eine bestimmte Figur spielt und deren Charakter sowohl in der Stimme als auch im Schauspiel mit dem Körper wiederzugeben hat. Doch sie findet, dass dies vor allem für junge Erwachsene manchmal schwierig sein kann.

«Man hat noch nicht so viel Lebenserfahrung, wie jemand, der älter ist», erklärt sie. «So ist mein Verständnis der Musikstücke heute wahrscheinlich anders als in späteren Jahren.» Wichtig sei ihr jedoch, sich jede Komposition nahegehen zu lassen, «denn nur, wenn man das Stück selber fühlt, kann man das Publikum mit dem eigenen Gesang berühren».

Den eigenen Stil finden

Amelia entwickelt ihren eigenen Stil. Sie will niemanden kopieren und hat somit auch kein Idol, dem sie nacheifert. Wichtig für sie ist jedoch schon von jeher die Unterstützung ihres Umfelds, das gebe ihr in schwierigen Zeiten Kraft.

«OperAvenir» wäre für Amelia eine grosse Chance. Sollte es nicht klappen, will sie sich nächstes Jahr wieder bewerben. Sie weiss, dass man als Sängerin nicht nur Talent, sondern auch eine grosse Portion Glück braucht, um Karriere zu machen.