Grenchner Gewerbe
Mit der Boutique Sergio geht es jetzt ganz zu Ende

Ende März schliesst die Boutique Sergio am Marktplatz in Grenchen endgültig ihre Tore. Der Neustart vor einem Jahr ist nicht gelungen.

Andreas Toggweiler
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Ende März ist ganz Schluss: Boutique Sergio.

Ende März ist ganz Schluss: Boutique Sergio.

Die Krise im Detailhandel fordert ein weiteres Opfer. Die Betreiber der Boutique Sergio haben mit der Totalliquidation ihrer Ware begonnen. Das Geschäft wird laut einem Anschlag im Schaufenster Ende März geschlossen. Bis dahin gelten reduzierte Öffnungszeiten (Mi–Fr, Sa nach Vereinbarung).

Zurzeit wird das Sortiment mit grossem Rabatt verkauft – was dazu führt, dass jetzt offenbar viele Kunden in den Laden kommen. «Ich habe zurzeit sehr viel Kundschaft, rufen sie später an», sagt jedenfalls Marlies Cusumano Rüfenacht, die das Geschäft zusammen mit Lilian Steiner führt, bei einer ersten Kontaktaufnahme.

Die Agonie des einst renommierten Kleidergeschäftes an bester Lage hat offenbar bereits mit dem Verkauf durch den langjährigen Eigentümer Sergio Rorato im Jahr 2013 begonnen. Am 22. Februar letzten Jahres wurde der Konkurs über das Geschäft verhängt.

Doch die Hoffnung war noch nicht gestorben. Kurz darauf wurde eine GmbH gegründet, welche den Laden nach einer kurzen Schliessung weiterführte. Der gut eingeführte Name «Sergio» wurde behalten, allerdings wurde das Schwergewicht des Sortiments von der Herrenmode auf die Damenmode verschoben.

Auch das scheint jetzt nicht funktioniert zu haben. Doch zu Hintergründen der Schliessung will Cusumano auch später nach Rücksprache mit ihrer Geschäftspartnerin nichts sagen.

Mit der Schliessung des traditionsreichen Kleidergeschäfts gibt es am Marktplatz inzwischen bald mehr leere Schaufenster als volle. Jedenfalls anerkennt man auch bei den Behörden Handlungsbedarf.

Stadtpräsident François Scheidegger lässt durchblicken, dass hinter den Kulissen Gespräche geführt werden, will aber nicht konkret werden. Die Liegenschaft gehört der Pensionskasse der Credit Suisse.