Grenchen

Mit dem Zivilschutz im Dachstock der Eusebiuskirche

Der Kulturgüterschutz fotografiert im Dachstock die alten Fenster.

Der Kulturgüterschutz fotografiert im Dachstock die alten Fenster.

Ausgerüstet mit Handschuhen, Schutzmaske und dem Kamerakoffer geht es frisch ans Werk. Der Kulturgüterschutz (KGS) der Regionalen Zivilschutzorganisation Grenchen macht sich auf zur Eusebiuskirche im Zentrum der Stadt. Über eine schmale und steile Wendeltreppe geht es hoch hinauf bis in den Dachstock. Dort müssen an diesem Tag rund 16 alte Buntglasfenster, die mit sakralen Glasmalereien verziert sind, katalogisiert werden.

Für alle Fälle

Die dadurch erstellten Objektordner und Einsatzpläne dienen dazu, dass die Feuerwehr in einem Ernstfall schnell weiss, welche Gegenstände sie retten muss und wo sie zu finden sind. Aber auch Restauratoren greifen in einem Schadensfall auf die Unterlagen zurück, um die Kostbarkeiten originalgetreu wieder herstellen zu können.

Für jedes der Kulturgüter wird ein separates Inventarblatt angefertigt, auf dem die wichtigsten Daten über das Objekt festgehalten werden. Darunter Masse, Materialart oder auch ein kurzer Beschrieb über das Aussehen des Gegenstandes. Einer der wichtigsten Arbeitsschritte bildet aber das Fotografieren. Nicht nur die Beleuchtung muss dabei von allen Seiten akribisch genau stimmen, damit das Objekt optimal ausgeleuchtet ist.

Keine Bewegung!

Im Moment des Betätigens des Auslösers herrscht bei allen Anwesenden ausserdem ein absolutes Bewegungsverbot. Denn der alte, hölzerne Boden des Dachstocks sorgt dafür, dass das Bild bei jeder noch so kleinen Eruption sofort an Schärfe einzubüssen droht. So kommt es, dass oft mehrere Versuche von Nöten sind, bis eine makellose Aufnahme im Kasten ist. «Für das erste Bild tüfteln wir oft stundenlang an den Einstellungen herum, bis es perfekt ist, aber ab dann geht es relativ schnell», erklärt KGS Chef Nabil Zorgui. Bevor der KGS jedoch mit seiner Haupttätigkeit überhaupt beginnen kann, ist erst einmal ordentlich Putzen angesagt. Denn im Gegensatz zu anderen Kulturgütern in der Eusebiuskirche, wie etwa den Kelchen, müssen die Fenster zuvor noch gründlich gereinigt werden. Schliesslich haben sich nach all den Jahren des Herumliegens im Obergeschoss des Gotteshauses regelrechte Staubschichten auf ihnen gebildet. Und so kommt es, dass der KGS an diesem Tag für einmal nicht nur mit Fotografieren und Katalogisieren, sondern auch mit Fensterputzen beschäftigt ist.

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