Spitalareal Grenchen
Mit dem «Sunnepark» kann Grenchen nach vorne schauen

«Der Startschuss in eine neue Ära des Spitals Grenchen ist gefallen», schmeichelte Stadtpräsident Boris Banga an der gestrigen Orientierungsveranstaltung dem Projekt «Sunnepark» – dem Gesundheits-, Pflege- und Weiterbildungszentrum in Grenchen.

Patrick Furrer
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Peter Platzer von «OdA», Betreiber des Weiterbildungszentrums.
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Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli und Kurt Altermatt.
Sunnepark-Geschäftsführer Christoph Künzli erläutert das Projekt.
Der neue Geschäftsführer Christoph Künzli vor seinem neuen Arbeitsplatz auf dem Spitalareal.
Walter Straumann überbringt Unternehmer Willi Gyger die Glückwünsche des Kantons.
«Sunnepark» Grenchen

Peter Platzer von «OdA», Betreiber des Weiterbildungszentrums.

Auch wenn es für einen Grenchner frustrierend bleibe, in Solothurn oder Biel zur Welt kommen zu müssen, sei es an der Zeit, nach vorne zu blicken, sagte der Stadtpräsident. Und mit Projekten wie dem «Sunnepark» habe die Region die besten Voraussetzungen, im Bereich «Wohnen mit Service» stärker und vielfältiger als andere zu sein.

Über 50 geladene Gäste liessen sich gestern durch die Sunnepark AG und den Kanton über die Pläne auf dem Spitalareal informieren. Unter dem Schlagwort «Zukunft gestalten» entsteht ein Kompetenzzentrum, das sich die Investorin Solviva AG fast 30 Millionen Franken kosten lässt und mit dem rund 60 neue Arbeitsplätze entstehen. Auf dem nördlichen Spitalareal werden zudem langfristig rund 100 hindernisfreie Wohnungen für Senioren und Familien realisiert.

Rück-, Um- und Neubauten

Willi Gyger, Verwaltungsratspräsident Sunnepark Grenchen AG, umschrieb die Ziele des Unternehmens. Dazu gehöre, Menschen zu helfen, ihren Lebensabend in einem attraktiven Wohn-Umfeld lebenswert zu gestalten, ihnen Leistungen in den Bereichen Gesundheit, Aktivität und Unterhaltung zu bieten. Wer gesundheitlich stark eingeschränkt ist, kann sich zudem im Pflegezentrum mit Demenzabteilung umsorgen lassen.

Gyger bedankte sich beim Kanton, der soH und der Stadt Grenchen für die Zusammenarbeit. Fünf Jahre lang hat der Unternehmer für seine nicht risikofreie Idee gekämpft. Ende Oktober 2011 konnten die Baurechts- und Kauf-Verträge für den Bettentrakt, Ende Juni 2012 für den Behandlungstrakt mit dem Kanton unterzeichnet werden.

Die bisherige Betreiberin Solothurner Spitäler AG (soH) ist heute noch Mieterin eines kleineren Teils. Nach grösseren Umbauten in den Jahren 2012 und 2013 und Neubauten in den beiden darauffolgenden Jahren soll der «Sunnepark» fertig sein. Vorher bedarf es allerdings noch eines neuen Gestaltungsplans.

Projekt gut aufgenommen

Walter Straumann, Regierungsrat und Vorsteher des Bau- und Justizdepartements, bezeichnete Willi Gyger als zähen, aber fairen Verhandlungspartner. Er sei überzeugt, dass man aus der Situation, die nach der Aufgabe des Spitalbetriebs geblieben ist, das Beste gemacht hat.

«Das Spitalareal ist in guten Händen», stellte Straumann fest. Der Kanton bleibt Eigentümer des Landes, das er der Sunnepark AG im 100-jährigen Baurecht überlässt. Straumann zeigte Verständnis für die Befindlichkeiten der Grenchner, verteidigte aber die Strategie von Kanton und soH, die sich wirtschaftlichen Überlegungen und dem Spardruck nicht verschliessen könnten.

Der Kanton hat sein Risiko minimiert; Rechte und Pflichten gehen an die Baurechtsnehmerin über.

Kompetenzzentrum und Wohnsiedlung zusammen

Geschäftsführer Christoph Künzli stellte den «Sunnepark» detaillierter vor. Dieser setzt sich aus dem Kompetenzzentrum im südlichen Teil und der Wohnsiedlung im nördlichen Teil des Areals zusammen: Das Pflegezentrum soll im Frühjahr 2013 eröffnet werden, just gestern wurde mit dem Rückbau der Operationssäle begonnen. Bei der Innenarchitektur wird auf eine wohnliche Atmosphäre geachtet. «Die Spitalatmosphäre kommt weg», so der Geschäftsführer.

Das Gesundheitszentrum soll bis 2013 mit einer Arztpraxis, einem psychiatrischen Ambulatorium, einer Burnout-Therapie-Praxis und Angeboten der alternativen Medizin erweitert werden. Per 1. Juni 2013 wird auch die Stiftung OdA Gesundheit im Kanton Solothurn ihren Schulbetrieb ins Bildungszentrum verlegen.

2014 bis 2015 dann soll der Nordteil mit den hindernisfreien Wohnungen eröffnet werden. Auch dort hat die Sunnepark viel vor; in einer grosszügigen Gartenanlage soll unter anderem sogar ein kleiner See entstehen.

Abschliessend bedankte sich Christoph Künzli bei den Gästen für das Interesse. Zufrieden konnte er feststellen, dass die Grenchner nun offenbar bereit sind, dem «Sunnepark» eine Chance und ihren Segen zu geben. Kritik am oder Fragen zum Projekt gab es gestern jedenfalls keine.